Stürmischer Auftakt

Auch wenn ein aufkommendes Unwetter zum Abbruch zwang, sorgte die Lumberjack-Bigband zusammen mit den Soul-Sängern Max Mutzke und Stefan Gwildis für einen fulminanten Festspiel-Auftakt in Adelberg.

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Ruhe vor dem Sturm: Tolle Stimmung herrschte am Sonntagabend beim Auftaktkonzert der Freilichtspiele in Adelberg mit der Lumberjack Big Band sowie Max Mutzke und Stefan Gwildis als Sänger - bis die Sturmwarnung kam.  Foto: 

Ein wahrlich stürmischer Auftakt der Adelberger Freilichtspiele: Gab es zunächst für nahezu jedes der gespielten Stücke stürmischen Applaus von den begeistert mitgehenden Besuchern, erzwang nach der Pause ein aufkommender Gewittersturm den jähen Abbruch des auf musikalisch hohem Niveau stehenden Abends.

"Wünsche mir ein ausflippendes Publikum", rief Max Mutzke gleich nach seinem ersten Stück "Marie" in den Adelberger Klosterhimmel. Und die einmal mehr von Bandchef Alexander Eissele auf "Betriebstemperatur" getrimmten Besucher auf den voll besetzten Rängen kamen dieser Aufforderung gerne nach, zumal der Lumberjack-Opener "Gonna fly now" ohnehin Garant war für einen fetzigen Beginn.

Wie schon in den Jahren zuvor begeisterte Max Mutzke mit seiner unnachahmlichen, groovig-souligen Stimme, wobei natürlich die Band mit ihren Solisten - großartig etwa Jonas Gawehns Saxofonspiel bei "Telefon" - für einen recht gediegenen Klangteppich sorgte. Mutzke: "Unfassbar. Die sind fast schon so gut wie die WDR-Bigband." Doch zumindest bei "Feels so good" irrt sich der mit dem "Platin Jazz Award" ausgezeichnete Schwarzwälder: Denn das raffiniert arrangierte und durch die Solis von Benjamin Lindner (Flügelhorn) und Nils Becker (Gitarre) mit grandiosen rhythmischen Finessen gespickte Stück vermag auch eine mit Berufsmusikern besetzte Band nicht besser wiederzugeben.

Für Stefan Gwildis war es der erste Auftritt mit den Lumberjacks. Mit seiner sonoren Stimme versteht er es wunderbar, große Soulhits mit recht gescheiten deutschen Texten zu unterlegen. Und schon beim ersten Song "Mitten vom Dock Nr. 10" sang er sich in die Herzen der Besucher. Mitunter auch ruhige, nachdenkliche Songs hat er in seinem Repertoire. Ein schwieriges Unterfangen, sollte man meinen, da gegen eine gut 20-köpfige Big Band anzusingen. Doch zwischen Band und Sänger war stets eine musikalisch schöne Balance auszumachen, auch wenn Gwildis ständiger Predigerruf "Halleluja, brothers and sisters" zusehends nerviger geriet und am Abendhimmel gar schwarze Gewitterwolken aufziehen ließ.

Höhepunkt des Abends und dabei bestens unterstützt durch die Backings von Carina Setter und Gudrun Wagner waren natürlich die Soloparts der beiden Soulgrößen. Denke man nur an "Soulman - Soulfan", dem "Have a little faith in me" oder dem auf Deutsch-Englisch wunderschön intonierten "Allem Anschein nach - Aint no sunshine". Nach Billy Joels "New York State of mind" wars dann freilich aus und vorbei mit Musik und Gesang. Stark aufkommende Böen ließen bereits erahnen, was Alexander Eissele folgerichtig zu verkünden hatte: "Wir müssen abbrechen, eine Sturmwarnung liegt vor."

Dennoch Jubelrufe und großer Applaus für ein musikalisches Klosterspektakel von Rang.

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Kommentare

08.07.2014 07:38 Uhr

Stürmischer Auftakt

Ich habe mit großem Interesse Ihren Artikel über das Konzert der Lumberjack Bigband mit Max Mutzke und Stefan Gwildis gelesen und war ebenso begeistert wie ihr Berichterstatter. Doch vor lauter Begeisterung hat er wohl den Namen des Gitaristen durcheinandergebracht. Der Gitarist mit den beieindruckenden Solis heißt NILS Becker und nicht Andreas. Ich finde, eine solche Leistung gehört auch mit dem richtigen Namen gewürdigt.
Dagmar Becker

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