Stühlerücken beim Chorverband Hohenstaufen

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    Bei der Jahreshauptversammlung des Chorverbands Hohenstaufen wurde auch gesungen.  Foto: 
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    Der Chorverband Hohenstaufen verabschiedet eine Ehrenamtliche bei der Versammlung. Foto: 
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Den Chorverband Hohenstaufen plagen Personalsorgen. Die konnten auch am Samstag in Wäschenbeuren, wo der Dachverband von 59 Chören des Kreises Göppingen seine 97. Jahreshauptversammlung abhielt, nicht gelindert werden.

Zwei Mitglieder des Präsidiums schieden aus, die Positionen konnten nicht wieder besetzt werden. Der Referent für Öffentlichkeitsarbeit, Peter Heber, gab nach fast 20 Jahren seinen Posten auf, die bisherige Chorverbandsleiterin Julia Sontheimer kandidierte aus privaten Gründen nicht wieder. Allerdings konnte der seit längerer Zeit freie Posten des Referenten für Veranstaltungen besetzt werden. Der Leiter des Liederkranzes Böhmenkirch, Helmut Gerlitzer, erklärte sich bereit und wurde für ein Jahr gewählt. In dieser Zeit wolle er sehen, ob dieses zusätzliche Ehrenamt mit seiner Zeit vereinbar sei.

Gänzlich frei blieb der seit Jahren vakante Posten des Familienreferenten. Den hatte zuletzt Annemarie Miedtke inne: „25 Jahre habe ich das Familienreferat geführt“, sagte die Frau. Nachdem sie vor vier Jahren den Posten frei machte, fand sich kein Nachfolger. Man werde sich für die Zukunft Gedanken machen, wie dieses Amt umstrukturiert werden könne, sagte der stellvertretende Vorsitzende Helmut Wörz. Man sei aber auch bereit zu radikalen Maßnahmen: „Vielleicht werden wir‘s streichen.“

Oft entstehe der Eindruck, dass Menschen zwar gerne singen, dies aber ungern mit administrativer Vereinsarbeit verquicken. Von den 59 im Chorverband Hohenstaufen organisierten Chöre des Landkreises Göppingen hatten 17 gar keine Delegierten entsandt. Dabei versprach der Vorsitzende, der Bundestagsabgeordnete Hermann Färber: „Wir haben ein konstruktives Miteinander im Präsidium. Niemand, der kandidiert, soll überfordert oder überlastet werden.“

Andererseits haben die verbliebenen Präsidiumsmitglieder immer mehr Aufgaben zu meistern, zum Beispiel die im Hinblick auf das Fest zum 100-jährigen Bestehen des Chorverbandes im Jahr 2020 ins Leben gerufene Kreativwerkstatt. Daher wurde am Samstag gleich mehrfach an die 74 anwesenden Vertreter der Chöre appelliert: „Teilt uns eure Ideen mit. Wir sind auf eure Ideen und Vorschläge angewiesen.“

Aber auch dieser Appell blieb fruchtlos. Auch als Hermann Färber, der erst kürzlich auf Schloss Filseck den Deutschen Bürgerpreis für ehrenamtliches Engagement verliehen hatte, darauf verwies: „Man ist nie zu jung und niemals zu alt für ein Ehrenamt“, blieben alle Hände der Delegierten unten. So ist denn auch der Posten des Jugendchorleiters weiterhin vakant.

Um das Thema Wahlen zum Abschluss zu bringen: Hermann Färber übernahm für weitere zwei Jahre den Posten des Vorsitzenden, auch wenn er im Vorfeld bereits kundgetan hatte, er „klebe nicht am Amt“. Georg Ries wurde erneut einstimmig zum hauptamtlichen Geschäftsführer (die einzige dotierte Stelle im Chorverband) und zum ehrenamtlichen Schriftführer gewählt. Auch er konnte sich einen verbalen Seitenhieb nicht verkneifen: „Ich würde mir wünschen, dass beim nächsten Mal die Wahl nicht so einstimmig ausfällt. Ich mach das noch zwei Jahre. Dann werden wir mal sehen.“

Heinz Koch übernahm erneut die Aufgabe des Pressereferenten. Auch er wurde einstimmig im Amt bestätigt. Landrat Edgar Wolff hatte in seinem Grußwort darauf hingewiesen: „Einen Verband zu führen und über viele Jahre zu erhalten, ist keine leichte Aufgabe. Und das schon gar nicht in unserer heutigen Zeit, in der das Leben sehr schnelllebig und vielschichtig ist.“ Die dahinter steckende Arbeit und das Engagement seien keinesfalls eine Selbstverständlichkeit: „Sie alle geben dem Chor- und Musikleben wesentliche Impulse und schaffen neben den musikalisch-kulturellen auch soziale Brücken.“

Etwas, das der nach 19 Jahren als Referent für Öffentlichkeitsarbeit aus dem Präsidium scheidende Peter Heber voll und ganz unterstreichen konnte: „Es haben sich viele persönliche Verbindungen ergeben, die ich keinesfalls missen möchte.“

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