Strom weiter von der ENBW

Keine Beteiligung am Modell des Neckar-Elektrizitätsverbands (NEV) - dafür kooperiert Albershausen künftig beim Strom mit der ENBW.

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Mit knapper Mehrheit hat der Albershäuser Gemeinderat die Beteiligung am NEV-Modell abgelehnt. Statt mit dem Neckar-Elektrizitätsverband wird die Gemeinde künftig mit der ENBW kooperieren, sie beteiligt sich an einer gemeinsamen Netzgesellschaft. Kontroverse Diskussionen hatte der Gemeinderat bezüglich der unterschiedlichen Beteiligungsformen geführt.

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, dass die Gemeinde nur die Konzessionsverträge abschließt. Damit entfällt allerdings die Chance, eine höhere als die am Kapitalmarkt zu erzielende Rendite zu erhalten. Wird auf eine Beteiligung verzichtet, ist kein Kapitaleinsatz erforderlich und es wird kein finanzielles Risiko eingegangen. Um eine höhere Rendite zu erzielen, kann die Gemeinde aber auch ein Kooperations- oder Beteiligungsmodell mit dem jeweiligen Konzessionsnehmer abschließen. Dadurch erwirbt sie gleichzeitig Anteile am Stromnetz. Die Verwaltung schlug den Räten eine Beteiligung am NEV-Modell als so genannter "T-Gesellschafter" vor. Bei diesem Modell ist eine Rendite von mehr als acht Prozent nicht unwahrscheinlich - bei gleichzeitig geringem Risiko. Der Kapitaleinsatz mit rund 260 000 Euro betragen - in einem "vertretbaren Rahmen", wie Bürgermeister Jochen Bidlingmaier befand. Darüber hinaus werde der Beweis der Solidarität unter den langjährigen kommunalen NEV-Mitgliedern angetreten, sagte Bidlingmaier.

Eine weitere Möglichkeit stellte die Beteiligung an der gemeinsamen Netzgesellschaft mit der ENBW dar. Diese Alternative wurde von Bidlingmaier vorgeschlagen für den Fall, dass das NEV-Modell nicht zustande kommt. Bei diesem zweiten Modell erfolgt eine Zusage für eine Garantie-Dividende nur bei einer Mehrheitsbeteiligung für die ENBW. Deshalb schlug der Verwaltungschef in diesem Fall eine Beteiligung in Höhe von 49,9 Prozent vor. Diese Beteiligung wurde verknüpft mit der Option der Aufstockung auf 74,9 Prozent nach Ablauf von fünf oder zehn Jahren. Eine höhere Beteiligungsquote ist nicht möglich.

Kritisch beurteilt wurde das NEV-Modell von Gemeinderätin Doris Mayer-Joecks (FWS). Die angegebene Rendite sei nicht verbindlich zugesichert und insofern aus ihrer Sicht zu riskant. Willy Wittlinger (CDU) verglich die beiden Modelle hinsichtlich des Kapitaleinsatzes und der jeweiligen Rendite. Die Verzinsung sei verglichen mit dem Kapitalmarkt sehr gut, der Kapitaleinsatz mit 260 000 Euro im Vergleich zum anderen Modell ebenfalls überschaubar. Roland Hirsch (BWV) vertrat dieselbe Auffassung.

Mit sieben Gegenstimmen - bei sechs Ja-Stimmen - wurde das NEV-Modell als T-Gesellschafter vom Gremium schlussendlich abgelehnt. Der Gemeinderat beschloss mehrheitlich die Beteiligung an der gemeinsamen Netzgesellschaft Strom mit der ENBW Regional AG Stuttgart mit einer Beteiligungsquote von 49,9 Prozent, verbunden mit der Option einer Aufstockung auf 74,9 Prozent nach Ablauf von fünf beziehungsweise zehn Jahren. Mit dieser Beteiligung gehen zunächst 49,9 Prozent des Stromnetzes von Albershausen in den Besitz der Gemeinde über. Das Netz wird wie bislang durch die ENBW betrieben.

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