Kommentar: Streit nützt niemandem

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Viele sind ratlos: Was ist jetzt mit dem Metropolexpress?  Foto: 

Für Außenstehende wird es zunehmend schwieriger zu verstehen, was denn nun eigentlich mit dem geplanten Metropolexpress im Filstal geschieht. Der Zug soll, so die bisherige Planung, als eine Art S-Bahn-Ersatz alle halbe Stunde zwischen Stuttgart und Geislingen fahren. Mit dem Unterschied, dass er zwischen Ebersbach und Stuttgart nicht an jedem kleinen Bahnhof hält. Doch 2019 wird der neue Zug wohl nicht aufs Gleis gesetzt.

Der Landkreis hat in der vergangenen Woche erfahren, dass es noch gar keine Planungen seitens der Bahn gibt, wie eigentlich der Schienenverkehr abgewickelt werden soll, wenn Stuttgart 21 einmal fertig ist. Das soll im Jahr 2021 oder 2022 der Fall sein – vermutlich aber eher später. So lange die Bahn kein Konzept für den Fernverkehr hat, weiß sie auch nicht, welche Züge wann im Filstal im Nahverkehr fahren können. Und sie weiß nicht, ob das sogenannte dritte Gleis in Geislingen – ein kurzes Gleis zum Warten, damit schnellere Züge den Nahverkehr überholen können – überhaupt gebraucht wird. Jenes Gleis, für das der Landkreis drei Millionen Euro bezahlen soll, aber glücklicherweise noch nicht in die konkrete Planung eingestiegen ist. Zu Recht wundert sich der zuständige Amtsleiter im Landratsamt, was die Bahn denn seinerzeit eigentlich für Pläne beim Stresstest vorgelegt hat. Dieser Test sollte belegen, wie leistungsfähig der neue Stuttgarter Durchgangsbahnhof wird. Alles Makulatur – was auch immer die Verantwortlichen damals präsentiert haben. Doch es hilft ja nichts: Der Kreis Göppingen muss jetzt nach vorne schauen, muss darum kämpfen, ab 2019 die bestmöglichen Verbindungen und Takte im Nahverkehr zu bekommen. So, wie es ausgemacht und besprochen war.

Politiker, Bahn und Behörden schieben sich jetzt gegenseitig den Schwarzen Peter zu, hilfreich ist das nicht. Vor allem bringt es den Landkreis nicht weiter. Schuldzuweisungen, wer wann was getan oder nicht getan hat, nützen niemandem mehr. Sicher sind Fehler gemacht worden, bei der Landesregierung, beim Landkreis – der das Thema S-Bahn und Nahverkehr jahrelang verschleppt hat – und bei der Bahn. Doch es zeigt sich nun, dass die Struktur des Staatskonzerns, bei dem die eine Hand offenbar nicht weiß, was die andere tut, das Hauptproblem ist. Damit sollte sich die Politik beschäftigen. Vielleicht klappt es dann ja doch noch mit einem besseren Schienennahverkehr im Filstal.

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