Strafverfolger haben immer mehr Arbeit

Die Staatsanwaltschaft in Ulm arbeitet am oberen Limit. Es fehlt der Behörde Personal, aber die Zahl der zu bearbeitenden Fälle steigt.

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Knapp 36.000 Verfahren hat die Staatsanwaltschaft in Ulm - sie ist auch für den Kreis Göppingen zuständig - im Vorjahr bearbeitet. Das waren 1000 Verfahren mehr als noch 2013 - bei gleichem Personalstand. Der beläuft sich auf rechnerisch 25,8 Staats- und Amtsanwälte in Ulm. Im laufenden Jahr scheint ebenfalls mehr Arbeit auf die Ulmer Strafverfolger zuzukommen. Dabei fehlen ihnen nach dem Personalbedarfsberechnungs-System "Pebb§y" vier Staatsanwälte.

"Wir brauchen wieder ruhigere Zeiten", erklärt der Leiter der Ulmer Staatsanwaltschaft, Christof Lehr, "damit meine Mitarbeiter die Flut an Strafverfahren auch bewältigen können". So bearbeitet ein Ulmer Staatsanwalt an jedem Bürotag 9,7 Verfahren, die teils nur wenige Seiten, aber auch mehrere Umzugskartons umfassen und sich über Jahre hinziehen können. Freiräume seien aber notwendig, um bei akuten Gefährdungslagen wie den wieder aufflammenden gewalttätigen Auseinandersetzungen im Ulmer Rotlicht- und Türstehermilieu schnell und zielgerichtet reagieren zu können. So müsse nun notgedrungen andere Arbeit liegen bleiben, denn "die Bekämpfung der Rockerkriminalität hat oberste Priorität".

Dass trotz aller widrigen Umstände in Ulm gute Arbeit geleistet werde, bestätigte Generalstaatsanwalt Achim Brauneisen. Seine Stuttgarter Behörde war zur Nachschau, der Betriebsprüfung, vor Ort. Er zeigte sich zudem erfreut, dass Ulm ein Haus des Jugendrechts schaffen will. "Gerade bei Jugendlichen ist eine schnelle, maßgeschneiderte Reaktion auf kriminelles Fehlverhalten besonders wichtig". Dafür biete das Haus des Jugendrechts durch das koordinierte Vorgehen von Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendhilfe den geeigneten Rahmen.

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