Stadt macht Kuchalb Druck

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Betriebsleiter Walter Banzhaf dreht auf. Bürgermeister Martin Stölzle, Armin Ebinger von der Dondorfer Stadtkämmerei und Verbands-Geschäftsführer Uwe Geiße (v.l.) freuen sich, dass das Wasser auf der ­Kuchalb jetzt kraftvoll aus der Leitung sprudelt.  Foto: 

Wenn viele Gäste im ersten und zweiten Stock geduscht haben und gleichzeitig die Industriespülmaschine in der Restaurantküche lief, dann ist alles zusammengebrochen.“ Viele Jahre hat sich deshalb Josef Wagenblast mit einer Druckerhöhungsanlage beholfen, damit in seinem Hotel und Restaurant auf der Kuchalb sanitäre Anlagen und moderne Gastronomiegeräte funktionierten. Wie Wagenblast erging es auch Landwirten und Bewohnern des Donzdorfer Ortsteils. 1,2 bar betrug der Wasserdruck in dem 35 Einwohner zählenden, knapp 680 Meter hoch gelegenen Weiler, der bis vor kurzem von einem kleinen Wasserbehälter südlich des Ortes versorgt wurde. Die Zeiten der Behelfsanlagen sind nun vorbei. Die Kuchalb bekommt ihr Wasser nun über eine neue Leitung vom Hochbehälter Stötten.

3750 Meter lang ist die Leitung, die der Zweckverband Wasserversorgung Ostalb, dem die Stadt Donzdorf als Mitglied angehört, binnen drei Monaten verlegen ließ. 680 000 Euro hat es gekostet, damit das Nass nun mit drei bar Druck im Ort ankommt. „Das ist Stand der Technik“, sagt der Technische Betriebsleiter des Zweckverbands, Walter Banzhaf. Die unbefriedigende Versorgungssituation war der Stadt und dem Wasserverband schon lange ein Dorn im Auge, führte doch der geringe Wasserdruck auch zu Problemen bei der Versorgung mit Löschwasser. „Wir mussten private Zisternen anmieten, damit im Brandfall genug Löschwasser da war“, sagt Bürgermeister Martin Stölzle.

Das Projekt stand bereits im Jahr 2004 auf der Agenda, berichtet der Geschäftsführer des Wasserverbandes, Uwe Geiße. Weil das Land jedoch keine Zuschüsse gab, sei der Neubau der Leitung nicht finanzierbar gewesen. Erst im vergangenen Jahr wurde der Landeszuschuss – er beträgt 40 Prozent – bewilligt.

Rathauschef Stölzle ist erleichtert: „Ich bin froh, dass wir die Leute jetzt ordentlich versorgen können.“ Das gilt auch für das Gehöft Oberweckerstell, das Naturfreundehaus Immenreute, das Fliegerheim und den Vogelhof. Dazu wurde bereits im vergangenen Jahr ein 320 Meter langer Abschnitt der neuen Leitung zu  einer neuen Wasserübergabestation verlegt, die in Betrieb genommen wurde. Die topografische Lage Donzdorfs mit erheblichen Höhenunterschieden – rund 300 Meter vom Stadtgebiet bis zur Kuchalb –, die weit auseinandergelegenen Ortsteile und verstreuten Gehöfte mit Trinkwasser zu versorgen, stelle die Kommune durchaus vor Herausforderungen, erklärt Bürgermeister Stölzle, nicht zuletzt mit Blick auf das 75 Kilometer lange Leitungsnetz, das die Stadt instand halten muss.

Das Trinkwasser auf der Kuchalb kommt vom Wasserwerk Eybtal auf 280 Metern Höhe. Es zum 718 Meter hoch gelegenen Wasserbehälter Stötten zu pumpen sei „eine energetische Herausforderung“ und verursache sehr hohe Stromkosten, erläutert Betriebsleiter Banzhaf.

Neuer Hochbehälter geplant

Um die Wasserversorgung im Bereich Stötten, Kuchalb und Schnittlingen zukunftssicher zu machen, plant der Zweckverband in den kommenden Jahren, den Wasserhochbehälter Stötten zu erneuern. Der jetzige Wasserspeicher fasst 260 Kubikmeter, der neue ist für 600 Kubikmeter ausgelegt. „Es fehlt nur noch die Zusage der Fördermittel“, erklärt Geschäftsführer Geiße. Um in den dünn besiedelten Gebieten auf der Alb die Trinkwasserversorgung auch künftig zu angemessenen Preisen aufrechtzuerhalten, sei der Verband auf die Unterstützung des Landes angewiesen.

Abnahme Der Zweckverband versorgt die Kuchalb mit 8000 Kubikmeter Trinkwasser pro Jahr.

Versorgung Um ausreichend Wasserdruck zu gewährleisten, wurde jetzt eine neue, 3750 Meter lange Leitung vom Hochbehälter Stötten zur Kuchalb verlegt.

Preis Ein Kubikmeter Trinkwasser kostet in Donzdorf 2,20 Euro. Damit liegt die Kommune um zehn Cent über dem Kreisdurchschnitt, jedoch nicht an der Spitze. Am teuersten ist das Trinkwasser laut einer Statistik des Landratsamtes in Mühlhausen, mit 3,10 Euro pro Kubikmeter.

Infrastruktur Es wurden auch Glasfaserkabel verlegt, um für schnelleres Internet gerüstet zu sein.

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