Stadionstimmung in der Pfadfinder-Arena

Rund 1300 Royal Rangers aus dem ganzen Land bevölkern noch bis heute die Nordalb. Die jungen Leute haben eindrucksvolle Bauwerke errichtet.

|
Vorherige Inhalte
  • Ein Höhepunkt des Feriencamps und eine Riesen-Gaudi ist das Wagenrennen der Pfadfinder in der großen Arena. 1/3
    Ein Höhepunkt des Feriencamps und eine Riesen-Gaudi ist das Wagenrennen der Pfadfinder in der großen Arena. Foto: 
  • Die Hawaiianer feiern jeden Abend im Surfer-Bistro. Aber nach Mitternacht heißt es auf der Nordalb „Licht aus“ und ab ins Zelt. 2/3
    Die Hawaiianer feiern jeden Abend im Surfer-Bistro. Aber nach Mitternacht heißt es auf der Nordalb „Licht aus“ und ab ins Zelt. Foto: 
  • Bei den gemeinsamen Wettspielen ist sportlich richtig was geboten im Camp auf der Nordalb. Auch Geschicklichkeit ist gefragt. 3/3
    Bei den gemeinsamen Wettspielen ist sportlich richtig was geboten im Camp auf der Nordalb. Auch Geschicklichkeit ist gefragt. Foto: 
Nächste Inhalte

Es ist eine Welt für sich ­dieser Tage auf der Nordalb oberhalb Deggingens: Etwa 1300 Pfadfinder aus ganz Baden-Württemberg bevölkern das Gelände der „Kirche im Aufbruch“ und haben dort eine große, eindrucksvolle Zeltstadt errichtet. Aufgebaut sind zahlreiche Jurten, also klassische Lagerzelte, in denen die 15- bis 21-jährigen Teilnehmer des Camps übernachten. Außerdem sind aus rund 500 Holzstangen Bauwerke der unterschiedlichen Pfadfinderstämme entstanden, die sich im Camp zu Volksgruppen zusammengeschlossen haben. So haben zum Beispiel die Mongolen die chinesische Mauer nachgebaut, die Amerikaner den „Walk of Fame“, die Trojaner das trojanische Pferd und die Tuareg zwei Dromedare. Beeindruckend und detailreich gestaltet ist auch der Campbereich der Hawaiianer: Ein großer Affenkopf, der nachts beleuchtet ist, bildet den Eingang. Bunte Surfbretter sind aufgestellt, die jungen Leute tragen Bast­röcke und Blumenketten.

Jeder Stamm hat sein eigenes Bistro, in das ab 22 Uhr Leben einkehrt: Dann besuchen sich die Volksgruppen gegenseitig – stets passend verkleidet, sodass gleich erkennbar ist, wer zu welchem Stamm gehört. Je nach Gruppe gibt es an der Bar die entsprechenden Drinks und Leckereien: Zaubertrank und Druidenmais bei den Galliern, Hamburger bei den Amerikanern oder Joghurt bei den Mongolen. Für ausgelassene Stimmung ist an den Abenden gesorgt: zum Beispiel beim Karaoke im Apachen-Pub oder beim Bobbycar-Rennen der Amerikaner. Die Bistros haben bis Mitternacht geöffnet. „Ab halb eins ­ist Nachtruhe“, sagt Campleiter ­Markus Wandres.

Freilich sind auch die Tage im Pfadfindercamp mit Programm gefüllt: An den Vormittagen und Abenden gibt es in der großen Arena des Camps Veranstaltungen wie Ansprachen, Wettkampfspiele, Musik von zwei Live-Bands und Theaterstücke. „Bei den Wettkämpfen herrscht Stadionstimmung wie in der EWS-Arena bei den Spielen von Frisch Auf“, schwärmt Markus Wandres. Jede Gruppe hat ihren eigenen Schlachtruf und wird kräftig angefeuert. Nach dem Mittagessen – die Teilnehmer kochen an Feuerstellen – haben die jungen Leute die Qual der Wahl: Sie können sich im Segwayfahren und Klettern probieren, eine Höhlen- oder Mountainbike-Tour unternehmen, an einem Geländespiel oder beim Bogenschießen teilnehmen, oder Frisbee, Rugby, Badminton, Volleyball, Fußball und Bubble Soccer spielen.

Letzteres ist eine Riesengaudi: Die Teilnehmer stecken dabei mit dem Oberkörper in großen aufblasbaren Plastikbällen und versuchen so, Fußball zu spielen. Die Verantwortlichen um Markus Wandres bieten den jungen Leuten darüber hinaus Workshops und Seminare an, zum Beispiel zu den Themen „Unterwegs kochen“, „Persönlichkeitsentwicklung“, „Politisches Engagement“ und „Schöpfung/Evolution“.

Das Ferienlager ist übrigens handyfreie Zone, wie Markus Wandres betont. „Die Teilnehmer sollen die Zeit genießen und nicht abgelenkt werden.“ Das Camp sei zum einen dafür gedacht, dass die Teilnehmer Spaß haben und sich austoben können“, sagt der 36-Jährige, von Beruf Pastor bei der Volksmission Göppingen. „Zum anderen geht es darum, die künftige Leitergeneration zu fördern.“ Unter dem Motto „Unlimited“ sollen sich die jungen Leute der christlichen Pfadfinderschaft Royal Rangers „über ihre Grenzen hinaus“ ausprobieren und lernen, Verantwortung zu übernehmen, ergänzt Markus Wandres. „Wir fordern sie heraus und wollen ihnen bestimmte Werte vermitteln.“

Zum ersten Mal beim Ferienlager der Pfadfinder auf der Nordalb ist Lena Jersak aus Reutlingen mit von der Partie. „Richtig cool“ findet die 18-Jährige die Bistro-Besuche am Abend. Aber auch die Programmpunkte haben es ihr ­angetan: „Bogenschießen macht viel Spaß“, schwärmt sie. Auch Enrico Rocca aus Holzgerlingen ist begeistert von den vielen ­Aktivitäten und von der Gemeinschaft der Pfadfinder. „Man unterstützt sich gegenseitig. Das ist sehr wertvoll“, sagt der 21-Jährige. „Und es gibt viel Zeit für Gespräche.“


Das Camp der Pfadfinderschaft Royal Rangers hat bereits am vergangenen Samstag begonnen (wir berichteten kurz). Am heutigen Freitag verbringen die jungen Leute ihren letzten Camptag, bevor die Zelte wieder abgebaut werden. Heuer fand das Ferienlager der Pfadfinder zum dritten Mal statt und zum zweiten Mal auf der Nordalb. „Das Gelände auf der Nordalb ist für uns ideal“, sagt Campleiter Markus Wandres. „Hier sind wir allein und stören niemanden.“          hei

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

28-Jähriger mit Messer schwer verletzt

Ein Beziehungsstreit endete am Mittwochabend in Eislingen mit einer schweren Stichverletzung am Hals. weiter lesen