Sind die Bauplätze zu klein?

Sind Bauplätze mit um die 500 Quadratmeter ausreichend? Nicht alle Gruibinger Gemeinderäte sind dieser Auffassung. Manche verlangen mehr.

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15 Bauplätze sind in der "Erweiterung St. Wolfgang" vorgesehen. Der Planung nach ist keiner unter 450 Quadratmeter, keiner über 600 Quadratmeter groß. Laut Verwaltung gebe es bereits acht ernsthafte Interessenten, die dort bauen möchten. Aber es gebe auch Interessenten, die sich Grundstücke wünschten, die deutlich größer seien als 500 Quadratmeter und sich anderweitig umsähen, wenn sie in Gruibingen nicht fündig werden, erklärte Gemeinderätin Alexandra Hotzy. Eine aufgelockerte Bebauung forderte Gemeinderat Fritz Halder. Für ihn sähen die Häuser von vorn betrachtet "wie eine Streichholzschachtel neben der anderen" aus. "Es gibt viele, die sich hervorheben und individuell bauen wollen. Wenn die Leute eine Vorstellung von ihrem Haus haben und sie nicht verwirklichen können, dann ist das schade." Da schloss sich dann Alexandra Hotzy an. Es habe bei den Häusern, die im ersten Bauabschnitt von St. Wolfgang geplant worden waren, kaum eines gegeben, bei dem der Gemeinderat nicht einen Antrag auf Ausnahmegenehmigung entscheiden musste.

Im rund einen Hektar großen Baugebiet sind 15 Einzelhäuser geplant, die teils als Einfamilienhäuser, teils als Gebäude mit zwei Wohnungen ausgelegt sind. Zwar muss die Gemeinde dem Regionalplan nach darauf achten, die Wohndichte von 50 Einwohner pro Hektar nicht zu überschreiten, dennoch wurde angeregt, Einliegerwohnungen zuzulassen oder auch, neben Doppelhäusern, einen Block mit Reihenhäusern, bei dem zum Beispiel drei Häuser zusammengelegt sind.

Bürgermeister Roland Schweikert sah darin erst mal kein Problem. Für den Stadtplaner Manfred Mezger allerdings kam die Diskussion überraschend: "Ich dachte, wir wären schon viel weiter." Vor allem werde durch Veränderung der Planungen auch der Charakter des Baugebiets verändert, gab der Planer zu bedenken. Wenn man sich die bisherige Topographie des Baugebiets ansehe, sei es logisch, diese auch im zweiten Abschnitt fortzusetzen.

Probleme gibt es auch beim Erwerb der privaten Grundstücke: "Wir wissen seit langem, dass es der Gemeinde nicht gelingen wird, alle Grundstücke aufzukaufen", erklärte Mezger. Laut Verwaltungschef Roland Schweikert ist das notwendige Umlegungsverfahren eingeleitet, und es wird voraussichtlich im Oktober ein Verfahren vor der Baulandkammer geben, bei dem geklärt wird, ob der Bebauungsplan in seiner jetzigen Form Bestand habe.

Hannes Ströhle stellte den Antrag, den Punkt zu vertagen und eine gesonderte Gemeinderats-Sitzung anzuberaumen. Mit knapper Mehrheit (fünf Gemeinderäte stimmten für den Antrag, drei dagegen, einer enthielt sich) wurde der Antrag angenommen.

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