Sigi Winkler verabschiedet sich vom Kunstbetrieb

Allein im Hotel Seminaris in Bad Boll hat er bis dato 1000 Bilder gezeigt: Sigi Winkler. Dort wird sich der Kuchener auch mit seiner 13. Ausstellung vom Kunstbetrieb verabschieden - "expressiv und vielschichtig".

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Der Kuchener Künstler Sigi Winkler will etwas kürzer treten und künftig keine eigenen Ausstellungen mehr machen.  Foto: 

"Bin dann mal weg!" Ein Satz, der zu Sigi Winkler ebenso wie seine einzigartige Sichtweise auf die vielen malerischen Schönheiten auf der ganzen Welt gehören. Seit Jahren findet er seine Inspiration in unterschiedlichsten Kulturkreisen, Völkern, Religionen und Landschaften. Erweitert seine Blickrichtung bei seinen vielen Reisen, die ihn von Ägypten, Bulgarien über die Hohe Tatra nach Island, Frankreich, Italien und Spanien führen. "Allein am Lago Maggiore bin ich etwa drei Wochen im Jahr, da kommt schon einiges an Bildern zusammen", sagt er.

Das Interesse Aquarelle zu malen, hatte er bereits seit frühester Jugend, nach privaten autodidaktischen Malversuchen probierte er sich Anfang der sechziger Jahre kurz in Öl, kam aber später wieder ab davon. Auch wenn Sigi Winkler schon lange zur Zunft der malenden Künstler gehört, geht er doch immer wieder neue Wege, um in puncto Farbe, Material und Werkzeug eine ganz andere Stilrichtung einzuschlagen. "Nicht im Kreis herum malen", lautet die Maxime des 76-Jährigen, der etwa seit 1985 professionell den Pinsel in die Hand nimmt. Bis zum heutigen Tag gibt er seit mehr als zwei Jahrzehnten zuverlässig in Volkshochschulen in Geislingen, Göppingen und Kuchen Malkurse, scheut sich auch selbst vor keiner Weiterbildung. Und der Künstler ist stolz auf seine Kursteilnehmer. "Mir ist immer ganz wichtig dabei, vor allem den Anfängern die Angst vor ihrem ersten Bild zu nehmen. Malen lernt man nur durch malen", rät Sigi Winkler zur Spontaneität.

Besonnen in Konflikten

Greift er mal ein, macht er das mit Vorsicht und ohne Tadel, es fällt dem ehemaligen SEK-Beamten nicht schwer, besonnen mit Konflikten umzugehen. Geistig zwar "voll im Saft", will er fortan zwar etwas kürzer treten, aber dennoch seine magischen Momente weiterhin auf Leinwand bringen und diese gelegentlich präsentieren. "Nur die jährlichen Seminaris-Ausstellungen mit über 80 Bildern wurden mir zu viel. Diesen Druck wollte ich mir einfach nicht mehr antun, auch wenn wirklich viele Freunde sagten, ich solle doch weitermachen", sagt der Künstler, der außerdem früher in der Musikszene als Saxofonist bekannt war.

Beim Malen finden seine bildhaften Ideen einen Ausdruck und es entstehen anschließend farbige Bilder, meist gegenständliche, eher selten abstrakte Kunst in Aquarell, Acryl oder Gouache. Landschaftsbilder mit feinen Details, als Kontrast Blumenbilder oder Abstraktionen, welche die andere, abwechslungsreiche Seite des Künstlers zeigen und verdeutlichen, dass er sich nicht nur in eine Richtung bewegt. Sigi Winkler drückt seine verschiedenen Phasen und Stimmungen mit dem Pinsel aus und bleibt sich dennoch für die meisten Betrachter treu. So wie seine zahlreichen Bewunderer.

Info "Expressiv und vielschichtig" heißt Sigi Winklers Abschiedsausstellung, die bis zum 31. Januar Aquarell-, Gouache- und Acrylbilder im Hotel Seminaris in Bad Boll zeigt. Vernissage ist am Sonntag, 30. November, ab 11 Uhr, begleitet unter anderem mit Bernd Merkle und dem Klaus-Wuckelt-Trio.

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