Siechenkapelle bekommt neue Fassade

Am Sonntag ist "Tag des offenen Denkmals", dieses Mal unter dem Motto "Gemeinsam Denkmal erhalten". Zahlreiche Initiativen im Kreis beteiligen sich.

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Die Historische Arbeitersiedlung in Kuchen öffnet am Sonntag ihre Pforten für Besucher.  Foto: 

„Gemeinsam Denkmale erhalten“. Für das Thema des „Tag des Denkmals“, der am Sonntag landesweit begangen wird, ist die Siechenkapelle in Geislingen geradezu prädestiniert. Nur durch die erfolgreiche Zusammenarbeit von Stadtverwaltung, Kunst- und Geschichtsverein Geislingen, Denkmalstiftung Baden-Württemberg, Denkmalschutzbehörden und der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, war es überhaupt möglich, dieses Kleinod zu erhalten. Somit durchaus passend zum Thema, wird der historische Bau in der Stuttgarter Straße am Ortsausgang Richtung Kuchen am Sonntag von 14 bis 17 Uhr für interessierte Besucher zugänglich gemacht.

Um die Siechenkapelle als Kulturdenkmal auch „in einer gewissen Weise mit Leben zu erfüllen“, sie also einer Nutzung zuzuführen, hat der Kunst- und Geschichtsverein Geislingen vor sieben Jahren die Initiative ergriffen. Auf Vermittlung des Referates Denkmalpflege beim Regierungspräsidium, haben Studenten der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart im Rahmen einer studentischen Projektarbeit eine detaillierte Bestandserfassung der Wandmalereien vorgenommen. Diese Bestandsaufnahme beinhaltete die Kartierung der verschiedenen Phasen des Malereibestandes sowie die Analyse der verschiedenen Malschichtebenen und die Kartierung der Schäden.

Auf dieser Grundlage wird nun die Restaurierung der Fassade geplant. Um die gotischen Wandmalereien im Inneren dauerhaft erhalten zu können, ist eine Kompressen-Entsalzung am Außenmauerwerk mit Neuverfugung erforderlich. Kosten: etwa 184.000 Euro. Auch hierzu erhält die Stadt Zuwendungen aus Mitteln der Denkmalpflege und vom Kunst- und Geschichtsverein. Vertreter des Kunst- und Geschichtsvereins, der Unteren Denkmalschutzbehörde und der städtischen Hochbauabteilung erläutert am Sonntag die weitere Restaurierung.

Zur Besichtigung lädt am Tag des offenen Denkmals außerdem das Gnadenbild in der Wallfahrtskirche Ave Maria in Deggingen ein. Die Wallfahrtskirche wurde in den Jahren 1716 bis 1718 erbaut. Zwei Jahrhunderte später, im Jahr 1929, wurde die Seelsorgearbeit den Kapuzinern anvertraut, drei Jahre danach das Kloster errichtet Die Kirche beherbergt ein Gnadenbild aus dem 15. Jahrhundert, der Künstler ist unbekannt. Der Hochaltar und die Stuckarbeiten  stammen von den Degginger Bildhauern und Stuckateuren Ulrich und Johann Schweizer., das Fresko von Josef Wannenmacher, die Seitenaltäre und das Verkündigungsbild von Martin van Valkenborch.  Am Sonntag hat die Wallfahrtskirche von 12 bis 19 Uhr geöffnet. Felix Kraus und Norbert Poeschel führen um 14 und um 15.30 Uhr.

 In Kuchen erklärt Gästeführer Helmut Junginger am Sonntag die historische Arbeitersiedlung und den neu gestalteten SBI-Park. Der Rundgang mit Erklärung der einzelnen Gebäude beginnt um 14 Uhr, Treffpunkt ist der SBI-Festplatz. Bei der kostenlosen Führung will Junginger viel Interessantes aus der Geschichte der Fabrik und ihres Gründers Arnold Staub erzählen. Danach kann man den Park mit dem alten Transmissionspfeiler und dem sanierten Fachwerkhäuschen anschauen. Er ist Teil der über 80 Kilometer langen „Route der Industriekultur“ im Filstal, die an vielen historischen Gebäuden vorbeiführt.

Die Sankt-Stephanus-Kirche steht in Westerheim am Denkmalstag im Mittelpunkt. Durch die 1787/88 im Zopfstil erbaute Kirche finden um 12 und 14 Uhr Führungen statt. Geöffnet ist sie ab 10 Uhr. Die Kirche ist am Übergang des Barocks zum Klassizismus erbaut worden. Der Kirchturm ist älter als die Kirche selbst, in den Längswänden finden sich von den Pilastern eingefasste Portale. Der  Hochaltar stammt aus der ehemaligen Wallfahrtskirche Maria-Todtsburg. Der Chor weist Deckengemälde auf.

Tag des offenen Denkmals

Programm im Netz: Rund 850 Veranstaltungen werden in Baden-Württemberg am Tag des offenen Denkmals angeboten, mehr als je zuvor. Von Bodendenkmalen der Römer und Kelten über mittelalterliche Klöster und Burgen bis hin zur Architektur der Moderne und Postmoderne reicht das Programm. Dies mache deutlich, so Staatssekretärin Katrin Schütz, dass „unser Land ein Kulturland par excellence im Herzen Europas“ sei.

Weitere Infos:  www.denkmalpflege-bw.de

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