Der Staub ist weg

Der Brauchtumsverein in Wäschenbeuren hält die Tradition der schwäbisch-alemannischen Fasnet hoch. Traditionell am 6. Januar beginnt die Fasnetssaison mit dem "Häsabstauben". Gestern war es wieder soweit.

JOACHIM ABEL |

In den vergangenen Monaten, in denen das Häs - das traditionelle Kostüm mit den geschnitzten Masken - nicht gebraucht wurde, hat sich so manches Staubkorn darauf abgesetzt. Bevor es nun in die neue Fasnetssaison geht, werden deshalb die Häs abgestaubt. Und das geschieht natürlich mit viel Radau, so wie es sich in der Fasnet gehört.

Beuremer Wäschweiber, Fleck-Hexa und Krettabachkatza: Wie jedes Jahr, sind die drei Häs-Gruppen im Wäschenbeurer Brauchtumsverein nicht zu bremsen, wenn es nach der langen Pause wieder los geht mit der schwäbisch-alemannischen Fastnet. Mit lautem Getöse und den Narrenrufen wurde jedem in Wäschenbeuren kundgetan, was die Stunde geschlagen hat. Bis Aschermittwoch haben die Hästräger wieder die Oberhand.

Eingeläutet wurde der Nachmittag mit einer zünftigen Vesper im Café am See, dem an der Bürenhalle dann das eigentliche Häsabstauben folgte. Seit 1989, dem Gründungsjahr des Brauchtumsvereins, pflegt und fördert man in Wäschenbeuren aktiv diese alten Fasnetsbräuche. Die Beuremer Wäschweiber mit ihrem Oberwäschweib Waltraut Stadelmaier sind von Anfang an dabei. 1996 gründeten sich die Flecka-Hexa mit ihrer Oberhex Monika Schmid, denen die Wäschweiber etwas zu bieder waren, und die Krettabachkatza mit ihrer Oberkatze Constanze Bader, die in ihren kuscheligen, grau-braun-schwarz getigertem Kunstpelz richtig süß aussehen. Ein wichtiger Bestandteil der drei Gruppen sind die Kinder, die sich wie die Erwachsenen voll Begeisterung in die neue Saison werfen, die in diesem Jahr am 9. März endet. In diesem Jahr sorgten drei "Flughexen" - Patrik Hohenmaier, Kevin Kuhn und Thomas Palmer -, die aus 25 Metern Höhe von einem Kran aus auf die Bühne herunter schwebten, für Aufsehen.

Nachdem die Häs nun förmlich entstaubt waren, hatten die Gardezwerge der Tanzgarde Wäschenbeuren ihren Auftritt. Ihnen folgte der Hästanz der Nachwuchsnarren. Dann der nächste Höhepunkt: Das Aufstellen des Narrenbaums, in dem nun wieder drei Zunftpuppen ein wachsames Auge auf das närrische Treiben der nächsten Wochen haben werden. Auch die Kinder durften wieder ihren Kinder-Narrenbaum stellen.

Zwölf neue Narren stellten sich in diesem Jahr der Narrentaufe, wobei drei Katzen zur Hexe wurden, also die Gruppe wechselten. Bevor sie ihre Masken erhielten, mussten sie über eine Rutsche hinunter in einen Riesenhaufen Sägespäne. Die Veranstaltung wurde umrahmt von Guggamusigg der Donzdorfer "Noda Biagr". Mehr als 150 Gäste aus Wäschenbeuren und Umgebung wohnten dem Treiben vor der Bürenhalle bei, unter ihnen auch viele Maskenträger anderer Vereine.

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