Schuler plant neue Großhalle im Eislinger Industriegebiet

Eine Pressenhalle, die dann von der Firma Schuler gemietet wird, soll in Eislingen gebaut werden. Schuler möchte dort die Technologie der Warmblechumformung anwenden. 30 Arbeitsplätze könnten entstehen.

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Eine 101 Meter lange, 31 Meter breite und 18,5 Meter hohe Produktionshalle soll an der Ahornstraße in Eislingen errichtet werden. Vorgesehen ist, dass dort die Göppinger Firma Schuler Pressen zur Warmblechumformung aufstellt. Dabei handelt es sich um eine neue Presstechnologie, die es erlaubt, bei weniger Materialeinsatz die gleiche Festigkeit zu erreichen.

Der Eislinger Architekt Jürgen Autenrieth hat für das Bauprojekt bei der Eislinger Stadtverwaltung eine Bauvoranfrage eingereicht. Bauherr ist Ulrich Weiß. Er möchte das Gebäude dann an Schuler vermieten, erläutert Weiß gegenüber der NWZ. Eine endgültige Entscheidung über den Bau sei aber bei Schuler noch nicht gefallen. Die Voranfrage solle erst klären, ob die Fabrikhalle dort gebaut werden kann, erläutert Weiß. Dies sei die Voraussetzung für alles weitere.

Ob der Bau tatsächlich verwirklicht wird, ist laut Weiß noch offen. Schuler-Sprecher Simon Scherrenbacher bestätigte gestern Abend, dass die Firma an dem Thema dran ist: "Schuler wird den Aufbau eines Zentrums zur Blechumformung mit Hilfe des Formhärte-Verfahrens realisieren und prüft derzeit die genaue Örtlichkeit im Großraum Göppingen." Mehr will die Firma derzeit nicht sagen.

Falls der Pressenhersteller das Vorhaben in Eislingen billigt, könnte es schnell gehen. Weiß rechnet mit etwa zwei Monaten für die Planungsphase und etwa einem Jahr Bauzeit. Der Seniorchef der Baufirma Leonhard Weiss hält den Strandort zwischen Ahorn- und Weilerbachstraße für besonders geeignet, da direkt daneben schon eine Halle steht, die Schuler als Lager nutzt. Auch diese Halle hatte Weiss bauen lassen, um sie an den Pressenhersteller zu vermieten.

Die Bauanfrage beschäftigte den Eislinger Ausschuss für Technik und Umwelt vor allem wegen der geplanten Höhe der Halle. Die benachbarten Bauten seien nur etwa 12,5 Meter hoch, erläutert Thomas Schuster. Der Baubürgermeister hat aber dennoch keine Bedenken, weil das geplante Gebäude weitgehend von weiteren Industriebauten eingerahmt wird. Zudem sei das gesamte Umfeld ein Industriegebiet, für das andere Vorschriften wie für Wohngebiete gelten. Nur die schmalere Stirnseite sei von der Ahornstraße her gut zu sehen. Die Höhe falle daher kaum auf. Dies sahen auch die Ausschussmitglieder so, und signalisierten dem Bauvorhaben das Einvernehmen.

Die Höhe für die Pressehalle wird benötigt, weil für die Produktion eine Kranbahn mit einer Hakenhöhe von 14 Meter gebraucht wird. Kranbahn plus Gebäudekonstruktion führt zu einer Gesamthöhe von etwa 18,50 Meter, erläutert Architekt Autenrieth. An dem Standort sollen 30 Arbeitsplätze entstehen.

Die Warmblechumformung gilt als Zukunftstechnologie im Automobilbau. Dabei wird beim Formhärten ein Blech auf 950 Grad erwärmt und während des Pressens wieder abgekühlt, wird in der Bauvoranfrage erläutert. Dieses Verfahren führt dazu, dass mit dünneren und leichteren Blechen die gleiche Festigkeit erreicht wird. Damit lässt sich das Gewicht von Autos reduzieren. Bei der Produktion fällt dann weniger Material an, die Autos werden leichter und verbrauchen weniger Sprit. Nach Angaben eines VW-Sprechers lasse sich durch das neue Verfahren beim Passat etwa 25 Kilogramm Gewicht sparen.

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