Schülerferienprogramm: Martin Melber erklärt die Wetterstation Stötten

Im Schülerferienprogramm der Wetterstation Stötten haben Kinder gelernt, das Wetter zu beobachten. Bald soll aber die Technik den Menschen ablösen.

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Martin Melber zeigt den Teilnehmern des Ferienprogramms, wie die Wetterwarte Stötten bislang arbeitet.  Foto: 

„Früher habe ich rausgeschaut, ob es regnet. Heute sagt mir der Computer: Niederschlag – ja oder nein“, erklärt Martin Melber den Kindern und Jugendlichen, die im Schülerferienprogramm der Gemeinde Böhmenkirch zur Wetterwarte auf der Anhöhe zwischen Stötten und Schnittlingen gekommen sind. Mittlerweile haben nämlich Computer und modernste Messtechnik die Wettervorhersage revolutioniert: Die Schneehöhe ermittelt ein Laser, die Windrichtung der Ultraschall. Das geübte Auge des Wetter-Experten ist nicht mehr gefragt. Ob es regnet, schneit oder hagelt, entscheidet nun ein Gerät in Form eines Hufeisens. Regentropfen und Schneeflocken fliegen durch und werden erkannt, das Ergebnis erscheint dann auf dem Computerbildschirm des Meteorologen.

20 Kinder und zehn Eltern haben sich um Martin Melber versammelt, der den Besuchern nun seine Welt des Wetters präsentiert. Das Thema: Wie wird das Wetter heutzutage gemessen und vorausgesagt? Die Neun- bis 16-Jährigen erfahren Grundlegendes darüber, wie heute Wetterdaten ermittelt und verarbeitet werden. Wer hätte zum Beispiel schon gewusst, dass ein einziges Windrad bei optimalen Bedingungen ein 500-Seelen-Dorf mit Strom versorgen kann?

Gegenwärtig ist die Stöttener Wetterwarte am Schnittlinger Berg noch bemannt: Martin Melber ist einer von fünf Wetter-Experten, die sich im Schichtdienst abwechseln. Bis zu drei Tage dauert der Dienst auf der Station. Die Meteorologen können dort kochen und übernachten. Nächstes Jahr im Juli wird die Station nach 70 Jahren erstmals menschenverlassen sein, erzählt er – dann regiert die Technik. „Zur Zeit wird jede Woche eine Station automatisiert. Der Mensch wird einfach überflüssig“, bedauert Melber.

Doch die Automatisierung hat auch ihre Tücken und ausgerechnet die schnöde Natur macht ihr hin und wieder einen Strich durch die Rechnung: „Manchmal setzt sich ein Rabe oben auf den Masten, der den Wind misst und ruiniert unsere Messungen für ein paar Minuten“, erzählt Martin Melber.

Nach einer Stunde wissen die Kinder Bescheid: Vielleicht bleibt das Wetter bis zum Ende der Ferien schön. Das sind wahrlich sonnige Aussichten.

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