Schock für Gruibingen: Ortsdurchfahrt wird gesperrt

Voraussichtlich ab 19. Juni wird die Ortsdurchfahrt von Gruibingen für Monate gesperrt.

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Jetzt geht’s noch mit Baustellenampel: Blick in die Gruibinger Ortsdurchfahrt.  Foto: 

Der Schultes hatte es schon geahnt. Mit Straßenbaustellen ist es nicht mehr so einfach. Seit Ende vorigen Jahres gelten neue Arbeitsrichtlinien beim Straßenbau, die das Landesministerium erlassen habe, berichtete Bürgermeister Roland Schweikert im Gemeinderat. Zum Schutz der Straßenbauer müssten Straßen unter 8,50 Metern Breite bei Sanierungsarbeiten voll gesperrt werden.  Schweikert: „Das hat riesige Auswirkungen.“ Das gelte für alle Straßen, an denen das Land beteiligt sei. Aber auch in Hattenhofen, wo die Ortsdurchfahrt dem Kreis gehört, wird das schon praktiziert. Der Schultes hadert damit. Zum Schutz der Bauarbeiter könnte man in Gruibingen Tempo 20 anordnen. „Wir haben eine breite Ortsdurchfahrt. Aber: Keine Chance.“ Schweikert fragt sich, wo es Straßen mit 8,50 Meter Breite gibt.

 Heißt dann: Der Durchgangsverkehr muss während der Bauarbeiten den langen Weg über Bad Ditzenbach und Auendorf nehmen. Die Anlieger können in den ersten beiden Bauphasen raus, sagt Schweikert. Er spricht von „einer Zufahrt über Schotterpisten“. Aber beim letzten Bauabschnitt, der vielleicht nach den Sommerferien anfängt, gehe nichts mehr. Da werde nur noch der Bus durch die aufgerissene Straße geschleust. Die Baustelle liegt dann im Westen, bis zur Gabelung Richtung Gammelshausen und Boll. Dort wird auch die Wasserleitung ausgetauscht. Von vier oder auch fünf Wochen absoluter Vollsperrung ist die Rede. Straßenbauingenieur Hans Hippele: „Da müssen die Autos raus, die Leute 500 Meter laufen.“

Gemeinderat Hans Ströhle ist entsetzt. Er ist Landwirt, hat breite Maschinen und fordert: „Man muss fahren können.“ Ein paar Tage Vollsperrung, wenn der Belag eingebaut wird, sei nicht das Problem. Aber wochenlang gesperrt? Hannes Ströhle gab ihm den Tipp: „Du musst mit dem Capo schwätzen, dann kannst du immer fahren.“  Den Ratskollegen überzeugte das nicht. „Harter Tobak, den man mir ans Hirn hinschmeißt.“

Hans-Dieter Bötzel sah die Vollsperrung auch als interessantes Experiment. Gruibingen sei ja geplagt mit Autobahn-Umleitungsverkehr, „mal sehen, was passiert“. Einfache Sache, sagt Schweikert. Bei Stau soll in Aichelberg ausgeleitet werden, die Blechlawine wälzt sich dann zur B 10  nach Göppingen.

Tobias Esslinger merkte an, dass die Baufirma bei Vollsperrung leichter schaffen könne. Es geht schneller, glaubt der Schultes. Aber so oder so: „Wir müssen durch.“ Dafür bekomme Gruibingen eine gute Straße. Jetzt sei sie „mausetot“. Der Unterbau sei in erheblichem Umfang zu schwach.  Wenn sie ertüchtigt sei, könne man sie auf 30 Jahre hinaus bei künftigem Verschleiß einfach abfräsen und neu asphaltieren.

Der Straßenbau, der Belag, die Kanalschächte, die Straßeneinläufe, die Wasserleitung – und es kann noch eine Gasleitung hinzukommen, mutmaßt Schweikert. Was die Bauzeit auch wieder verlängern könne.

Ein Nadelöhr ist Gruibingen bereits. Seit Anfang Mai werden die breiten und hellen Gehwege in der Ortsmitte Richtung Mühlhausen verlängert. Das geht noch mit Baustellenampeln.

Gerichtet Die Gruibinger Ortsdurchfahrt ist nur in der Ortsmitte proper gerichtet. Jetzt folgen die langen Strecken bis zu den Ortsausgängen.

Untersucht Die Straße wurde mit Bohrungen untersucht. Planer Hans Hippele sagt trotzdem: „Der Zustand der Straße ist noch nicht klar.“

Blockiert Das Problem in Abschnitt drei: Weil 1500 Quadratmeter Bitumentragschicht herzustellen sind, „ist immer irgendwo der Fertiger drin“, sagt Hippele. Somit ist die Durchfahrt blockiert.

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