Schnapsidee für die Kunst

Einen Platz für Kunst und Kultur wollen Dieter und Marion Gaiss in Gammelshausen schaffen. Sie haben vor, zu diesem Zwecke das alte Gebäude einer ehemaligen Schnapsbrennerei zu sanieren.

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Einen Platz für Kunst und Kultur wollen Dieter und Marion Gaiss in Gammelshausen schaffen. Sie haben vor, zu diesem Zweck das alte Gebäude einer ehemaligen Schnapsbrennerei zu sanieren. Foto: Inge Czemmel

Dem Ehepaar Gaiss, das seit einiger Zeit in Gammelshausen lebt, hat es die Kunst angetan. Beide sind aktiv künstlerisch tätig. Marion Gaiss malt, Dieter Gaiss sägt aus Holz mit der Ket-tensäge filigrane Stühle. Im Januar dieses Jahres organisierte das Paar in der kleinen Voralbgemeinde die Ausstellung "Kunst im Ort", bei der sie gemeinsam mit anderen Kunstschaffenden aus dem Voralbgebiet, ihre Werke vorstellten.

Der große Zuspruch und die vielfache Frage nach Kursen war Auslöser für das, was nun unter dem Namen "Schnapsidee" verwirklicht werden soll. In einer ehemaligen Schnapsbrennerei soll eine Stätte geschaffen werden, die regionalen Künstler als Werkstatt und Kursraum nutzen können und die gleichzeitig mehr "Kulturleben" nach Gammelshausen bringen soll.

"Die alte Schnapsbrennerei brachte Jochen Riehle, der eben-falls mit Holz arbeitet, ins Ge-spräch", erzählt Dieter Gaiss. Nach einer Besichtigung des Objektes sei man mit der Eigentümerin einig geworden, berichtet Dieter Gaiss. "Sie stellt das Gebäude mietfrei zur Verfügung und wir übernehmen die Sanierung." Rund 60 000 Euro wurden für die Verwirklichung der "Schnapsidee" veranschlagt. Da das Gebäude im Ortskernsanierungsgebiet liegt, beantragte Gaiss bei der Gemeinde Fördergeld und stellte sein Konzept im Gemeinderat vor. Dem Gremium schien es zu gefallen. Es bewilligte einen gedeckelten Zuschuss von 30 Prozent der veranschlagten Summe.

Im oberen Geschoss der ehemaligen Schnapsbrennerei wird nun ein etwa 70 Quadratmeter großes Atelier entstehen, das fünf Künstlern Platz zum Malen bietet. Im Untergeschoss sind neben den sanitären Einrichtungen eine Holzwerkstatt und ein Seminarraum vorgesehen. "Bis alles fertig ist wird es sicher noch ein Jahr dauern", meinen die Initiatoren realistisch. Das Ge-bäude ist zwar so gut wie ausgeräumt, aber es gibt noch viel zu tun. Das Ehepaar Gaiss hofft, dass sich zugunsten der Idee ein paar Handwerker finden lassen, die zu so genanntem "Leistungssponsoring" bereit sind und hat auch schon im Bekanntenkreis Leute für Arbeiten gefunden, die in Eigenleistung gemacht werden können. "Es ist eine spannende und reizvolle Aufgabe das Ganze zu entwickeln", erklärt Dieter Gaiss. Mit Blick auf den späteren Ruhestand ist er überzeugt, dass der Mensch auch nach dem Arbeitsleben eine Sinn gebende Aufgabe brauche, die ihn ausfülle.

Ideen was in und rund um die "Schnapsidee" irgendwann alles stattfinden könnte, hat das Ehepaar Gaiss jede Menge. Doch bevor die weiter gesponnen werden heißt es zuerst einmal: "Ärmel hochkrempeln".

Gammelshausens Bürgermeister Hans-Peter Zaunseder bezeichnet die "Schnapsidee" jedenfalls als Glückstreffer. "Es ist etwas Tolles, von dem auch die Gemeinde etwas hat und das die Kunst im Dorf weiterleben lässt."

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