Schlosshof als Jazzklangraum

Ungewohnte Klänge bot das Dirk-Blümlein-Terzett am Donnerstag beim Sommerfestival auf Filseck. Das stimmungsvolle Ambiente des Schlosshofes bot einen Rahmen, den die Musiker spür- und hörbar genossen.

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Eckhard Stromer am Schlagzeug, Andreas Francke am Altsaxophon und Dirk Blümlein am Fender-Jazzbass spielten groovend leicht, ganz selbstverständlich aufeinander abgestimmt Eigenkompositionen aus ihren drei Alben.

Der völlig eigenständige Stil des Trios wird nicht nur durch das Fehlen eines Harmonieinstruments geprägt. Die Themen und Melodien der Stücke sind oft songartig, liedhaft angelegt, Beat und Rhythmus reflektieren Pop, Funk, Rock und Jazz, so dass eine spannende Mischung entsteht, die nichts mit Fusion oder Jazzrock zu tun hat - viel eher entsteht ein sensibler, rhythmisch akzentuierter kammermusikalischer Cooljazzpop, der nie ins Seichte kippt und immer zugänglich bleibt.

Begonnen wurde der angenehm laue Sommerabend mit dem Stück "In Heimsheim daheim sein", an das sich "Frohsinn Feuerbach" anschloss, gefolgt von "Vier" - seltsame Titel, die irgendwo aufgeschnappt wurden und als Inspiration dienten. Diese drei Titel zeigten früh auf, was den ganzen Abend über greifbar wurde. Die drei Musiker erarbeiteten sich melodische Themen in rhythmischen Strukturen, oft ungerade, mit feinen Harmonien, die bisweilen in repetitive Muster überführt und dabei zumeist von zweien umspielt und gehalten wurden. Der dritte Musiker schälte sich aus diesem Gebinde heraus, um zu solistischen Taten zu schreiten, die zu keinem Zeitpunkt bloßen Skalensport verfolgten, sondern variantenreiche Auseinandersetzungen zu den Ausgangsthemen entwickelten. Die Dynamik, in der dies vorgestellt wurde, war ebenso beeindruckend wie der Sound und das Können der Musiker. Von ganz still, dem Nachhören einer schnarrenden E-Basssaite, bis hin zu laut

und wuchtig reichte das Spektrum, das auch innerhalb eines Stückes organisch entwickelt wurde. Aufeinander hören und Blickkontakte waren hierfür wichtig. Die Musiker wandten sich deshalb in einem zum Publikum hin offenen Halbkreis einander zu.

Das Klangbild wurde vom flötenhaft stets leicht wirkenden Spiel Franckes, das Melodien, Linien, Riffs aufgriff, weiter ausführte und veredelte, ebenso bestimmt wie vom E-Bass-Spiel Blümleins, das immer dienend die Techniken bereit hielt, die für das Stück und das sich entwickelnde Ganze wichtig wurden: Flageolett-Riffs, Akkord-Picks, Slap-Technik, Tappings wie auch klassisches Singlenote-Spiel kamen auf rhythmisch und klanglich raffinierte Weise zum Einsatz. Stromers variantenreiches, sensibles, dynamisch melodisches, nie den Beat und Groove aus den Augen verlierendes Spiel hielt zusammen, akzentuierte und ergänzte stimmig Sound und Dynamik des Terzetts.

Es war längst dunkle Nacht geworden, als die Band im zweiten Set unter sternenklarem Himmel balladeskere Stücke wie "Behind the Moon", "Der Ton des Tages" und "Die Macht der Adhäsion" anstimmte - auch hier immer wieder greifbar: das sensible Nachhören und Aufeinander-Eingehen bis in stille Momente hinein.

Auf Blümleins Räsonieren hin, die Band sei sich darüber uneins, ob noch eines oder zwei Stücke gespielt werden sollten, entgegnete das Publikum: "noch drei oder vier". Nach einer Zugabe endete ein stimmungsvolles und beeindruckendes Konzert.

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