Schlossherr unterschlägt Geld für Umbau von Filseck

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Nur fünf Jahre war Balthasar Moser von Filseck im Besitz des Gutes. Mit beträchtlichem Gewinn verkaufte er es 1573 an Dietrich von Gemmingen. Unter diesem ging der Zerfall der Burg weiter, so dass seine Erben froh waren, als sich in Burkhard von Berlichingen ein neuer Käufer fand. Der bezahlte aber nur 12 810 Gulden für das Gut.

1596 ging das Rittergut an Burkhard von Berlichingen über. 1597/98 ließ er anstelle der alten Burg ein Renaissance-Schloss mit zwei Ecktürmen errichten. Mit seinen ornamentalen Malereien stammt der Münch-Saal aus dieser Zeit.

Burkhard von Berlichingen stand in Diensten von Herzog Friedrich I. von Württemberg als Gesandter in Prag, dem damaligen politischen Mittelpunkt Europas. Er sollte dem Herzog wichtige politische Geschehnisse melden. Er verfügte immer über erhebliche finanzielle Mittel des Herzogtums Württemberg. Aber er hatte Schloss Filseck gekauft und der Umbau verschlang eine große Summe. Da konnte es schon einmal vorkommen, dass er nicht mehr ganz genau wusste, in welcher Tasche er welches Geld hatte und es kam zu finanziellen Unregelmäßigkeiten.

Der Herzog kam hinter diese Machenschaften: Bei einem Besuch in der Heimat wurde Burkhard von Berlichingen 1597 gefangen genommen und zwei Jahre auf Hohentübingen und Hohenurach gefangen gehalten. Aufgrund kaiserlicher Interventionen wurde er am 24. September 1599 freigelassen. Er starb als kaiserlicher Rat 1623. Im Jahr 1608 verkaufte Burkhard von Berlichingen das Schloss an seine fünf berlichingischen Erbtöchter, insbesondere Anna Margaretha und ihren Mann, Oberst Otto von Vohenstein. 1648 übernahm es deren Schwiegersohn, Major Matthias Georg Fischer von Rob.

Bis 1706 war Filseck im Besitz des Sohnes Ludwig Friedrich und seiner Frau Anna Elisabeth. Der spätere Besitzer Johann Ludwig Emigius von Zweiffel verkaufte das Schloss im Jahr 1710 an das Zisterzienserkloster Schöntal an der Jagst.

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