Schleppertreffen in Breech: Mit dem Treckervirus infiziert

Beim 24.Treckertreffen in Börtlingen-Breech trafen sich am Wochenende mit dem Treckervirus infizierte Schlepperfans zur gemeinsamen Ausfahrt.

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Zahlreiche begeisterte Fans fanden sich am Wochenende zum 24. Trecker-Treffen in Börtlingen-Breech zusammen. Das Schöne am Treckerfahren: Vor Geschwindigkeitskontrollen müsse man keine Angst haben, witzeln die Fans.  Foto: 

Sie hatten eine mehrstündige Anreise hinter sich: Von Römerstein nach Breech im Trecker. Drei Stunden brauchte es für Walter Class, Gunter Mayer und Rudolf Zietz samt Familie, bis sie das 24. Treckertreffen am Samstag erreicht hatten.

Martin Groneberg ist seit 37 Jahren Festwirt und richtet seit fast zweieinhalb Jahrzehnten das Breecher Treckertreffen aus. In den vergangenen Jahren fand es meist im September statt, aber dieses Mal zog er es zeitlich vor: „Um nicht mit den anderen Festen der Vereine in den Nachbargemeinden zu kollidieren“, erklärte er und stellte dabei vorsichtig einen Himbeerkuchen in die Vitrine in der kühlen Scheune. Draußen brannte schon wieder die Sonne vom Himmel. Radler, die die Strecke in Richtung Adelberg befuhren, machten kurz Rast für ein erfrischendes Getränk und warfen dabei auch einen neugierigen Blick auf die Trecker: die hellgrünen von Hela, die roten von Porsche, der dunkle Unimog von Mercedes  . . .

Am Abend zuvor war der Heißluftballon des Plüderhausener Piloten Hans Peter Seibold aufgestiegen. An Bord ein frisch getrautes Paar, das versuchte, damit in den siebten Himmel zu schweben.

Derweil schlägt bei den Römersteinern der Lokalpatriotismus durch: „Was hat Paris? Einen Eiffelturm. Und Rom? Einen Papst. Aber wir in Römerstein haben drei Skilifte und vier Aussichtstürme.“ Am frühen Sonntagnachmittag räumen die Lokalpatrioten aus Römerstein ihre Plätze in Breech. Immerhin haben sie noch gut 40 Kilometer vor sich, bis sie zuhause sind. Und das bei einer Höchstgeschwindigkeit von 21 Kilometern pro Stunde: „Wir haben keine Angst vor Geschwindigkeitskontrollen. Selbst in einer 30er-Zonne können wir mit Vollgas durchfahren“, scherzte Gunter Mayer.

Der 78-jährige gelernte Schmied Walter Class  hat die anderen mit dem Treckervirus angesteckt. Und hilft, wenn es technische Probleme gibt. Immerhin habe er bei der Firme Hela (für Hermann Lanz Aulendorf) ein sieben monatiges Praktikum absolviert: „Das war mein Hobby!“ Im Berufsleben reparierte er mehr als 30 Jahre lang Baumaschinen.

„Ich wollte nie einen Trecker!“ gestand dann Rudolf Zietz. Er ist mit Frau Uschi, Sohn Florian und Trixi, dem Familienhund, in Breech eingetroffen.

Und er berichtete, wie er seinen Traktor aus dem Beginn der 60er Jahre mühsam reparierte. Und als er glaubte, endlich fertig zu sein, habe ihm Walter Class klar gemacht, dass er einen Fehler bei den Bremsen begangen habe. Was bedeutete, sie wieder auseinander zu bauen.

Gunter Mayer ist mit einem Deutz Intrag angereist. Der habe seinerzeit Daimler veranlasst, seinen MB Truck auf der Basis vorhandener Unimog Aggregate zu konzipieren: „Der Einstieg in die Landmaschinensparte“, sagte Mayer. Ein solcher MB Truck kommt wenig später angerollt und steht majestätisch inmitten der viel kleineren Traktoren.

Natürlich benutzt keiner der vier Römersteiner seinen Trecker noch für zu landwirtschaftlichen Zwecken. Dafür sind sie zu gepflegt und glänzen wie poliert in der Sonne: „Ich hol höchstens mal Holz damit für den Kamin“, sagt Walter Class, der darauf besteht, sich vom gleichklingenden Traktorproduzenten zu unterscheiden: „Der schreibt sich mit zwei a und einem s. Bei mir ist es umgekehrt.“

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