Schlat: Verkalktes Kanalstück wird teuer

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Der Regenwasserkanal in der Schulstraße in Schlat kann so nicht bleiben. Über die Jahre hat sich im Rohr immer mehr Kalk eingelagert, der den Querschnitt verringert. Bei einem Starkregen, der im Sommer mit größerer Wahrscheinlichkeit eintreten kann, wäre das Rohr überlastet. Tieferliegende Grundstücke könnten überschwemmt werden. So schilderte Bürgermeisterin Gudrun Flogaus im Gemeinderat die Situation.

Woher das Problem rührt: Der Boden im Einzugsgebiet der Leitung sei kalkhaltig, Kalk wird von Wiesen eingeschwemmt. Bei der letzten Kanalbefahrung vor neun Jahren hat sich das schon abgezeichnet. Da waren die Ablagerungen aber noch gering. Was sich im Boden zusammenbraut, hat man durch Zufall entdeckt. Im Zuge der Verlegung der Nahwärmeleitung zur Grundschule kam der Regenwasserkanal in den Blick.

Die Fräse packt es nicht

Würde man die Straße aufreißen und den Kanal austauschen, wären das auf die 300 Meter Länge gleich mal 170 000 Euro. Der beauftragte Planer Wolfgang Bartsch will es mit Innensanierung probieren. Es gab schon einen ersten Versuch, die Versinterungen mit einem Roboter abzufräsen. Nur sei das leider gescheitert. Jetzt zielt Bartsch darauf, die Ablagerungen mit einem Wasserhochdruckstrahler herauszuspülen. Mit einer Kamera wird überwacht, ob das auch funktioniert. Dazu liegt das Angebot einer Fachfirma vor, das auch nicht billig ist: 120 000 Euro. Aber es wären 50 000 Euro gespart. Nur ist das wohlgemerkt auch ein Versuch. Ob er greift, soll ein Testlauf für 10 000 Euro zeigen.

Der Gemeinderat tat sich schwer. Es gab Gegenvorschläge. Könnte man den Regenwasserkanal nicht einfach stilllegen? Und einen Bypass schaffen, der große Wassermengen zum nächsten Schmutzwasserkanal leitet? Kann man den Kanal in Richtung Weilerbach verlegen? Geht alles nicht, winkten Flogaus und Bartsch ab. Man dürfe einen Regenwasserkanal nicht in einen Schmutzwasserkanal leiten. Der Sinn getrennter Systeme für Regenwasser und Abwasser wäre torpediert. Bypass und anderes würden aus hydraulischen Gründen nicht genehmigt. Man könne eine Kanalführung nicht nach Gutdünken verändern. Sie hänge von den topographischen Zwangspunkten ab.

So greift der Gemeinderat zum Testversuch und will je nach Ergebnis die 120 000 Euro in die Hand nehmen. Wenn es günstiger wird, ist es gleich recht. Die Hoffnung ist, dass nicht die ganzen 300 Meter verkalkt sind. Man wird vor Ort eine Entscheidung treffen.

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