Rasches Handeln bei der Wundversorgung

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Experten am NWZ-Telefon (v.l.): Michael Nonnengäßer, Stefan Riecke, Regina Neuberger, Christoph Giebeler. Foto: Staufenpress  Foto: 

Für manche Menschen seien nicht verheilende Wunden eine „schicksalhafte Ergebenheit“, meinte Stefan Riecke, Fachpfleger für Wundversorgung an der Klinik am Eichert. „Das ist manchmal schon erstaunlich.“ Und es ist die absolut falsche Einstellung. Dies wurde gestern bei der NWZ-Telefonaktion zum Thema  Wundversorgung deutlich. Vier Experten standen den Lesern Rede und Antwort.

„Es gibt immer Gründe, warum Wunden nicht heilen“, sagte Riecke. Diese zu finden, erfordere eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Medizinern und Fachleuten aus Sanitätshäusern. „Es muss ein Zusammenspiel sein, zum Puzzle der Wundversorgung gehören mehrere Teile“, sagte auch Regina Neuberger, Mitarbeiterin des Sanitätshauses Schätz mit Spezialgebiet Wundversorgung und Kompressionstherapie.

Zur optimalen Therapie gehört oft auch die Zweitmeinung – und die wollte sich ein Anrufer bei Dr. Christoph Giebeler, Oberarzt in der Allgemeinchirurgischen Klinik und Spezialist für Wundversorgung an der Klinik am Eichert, einholen. Doch Giebeler bestätigte den Therapieansatz des Hausarztes, „ich habe ihn wieder dorthin geschickt“, berichtete er.

Eine weitere Anruferin, die von einer Narbe erzählte, die sich zur chronischen Wunde entwickelt hatte, habe Giebeler gleich mitgeteilt: „Ich will aber nicht ins Krankenhaus.“ Das sei eine „klassische Antwort“, meinte der Oberarzt. Doch es helfe in diesem Fall nichts anderes: „Sie muss fünf Tage stationär in die Klinik.“ Denn eines ist ganz wichtig, wie Michael Nonnengäßer, Inhaber des gleichnamigen Sanitätshauses mit dem Spezialgebiet Orthopädiemechanik und Prothesenversorgung, betonte: „Nicht zu lange selbst an Wunden herumbasteln!“

Ins gleiche Horn stieß Giebeler: Viele Menschen hätten ein sogenanntes „Selbstpflegedefizit“ – „Da gibt es immer 10.000 Dinge, die wichtiger sind.“ Doch bei Wunden gelte: Rasch die Ursache suchen und dann darüber mit dem Hausarzt sprechen. Und nicht nur an den Symptomen herumdoktern.  

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