Schaukämpfe und Lagerleben beim Wäscherschloss

Das Leben, wie es angeblich im Mittelalter war zeigt der Verein Staufersaga. Vor dem Wäscherschloss kämpfen, tanzen und kochen die Gmünder noch bis zum Sonntag. Bereits gestern kamen viele Besucher.

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Bei Schaukämpfen können auch die Besucher testen, wie sich Bewegungen im mittelalterlichen Ritter- oder Knappengewand anfühlen. Der Verein Staufersaga gastiert gerade an der Wäscherburg. Foto: Sabine Ackermann

"Pass auf Simone, sonst werden es noch Brandenburger", warnt Elke mit Blick auf die bereits angekokelten Fladenbrote, indessen scheint ihre halbe Pute im sprudelnden Wassertopf immer blasser zu werden. Nicht ganz einfach, quasi unter Dauerbeobachtung in einer rundum einsehbaren Küche über offenem Feuer zu brutzeln und nebenbei die vielen Fragen der Besucher zu beantworten. Doch der selbst ernannten Küchenhexe macht das nichts aus - ganz im Gegenteil: "Es freut uns, wenn die Leute Interesse an unserem Leben auf Zeit zeigen."

Mehrmals im Jahr präsentiert der Verein Staufersaga, vorrangig im Süden Deutschlands, alltägliche Szenen der Vorfahren aus dem Mittelalter. Anno 2012 eigens zum 850-jährigen Schwäbisch Gmünder Stadtjubiläum gegründet, sind derzeit viele Mitglieder bei der frisch eröffneten Landesgartenschau aktiv. "Geschichte lebendig erleben" - haben sich Kinder, Frauen und Männer auf die Fahnen geschrieben und legen laut Schaukämpfer "Joschua der Sarazener" dabei viel Wert darauf, sich vor historischer Kulisse authentisch zu präsentieren. Im wahren Leben heißt er Josef Lajos und ist Immobilienmakler, verrät der 52-jährige. "Ein Tag Lager ist für mich wie drei Tage Urlaub. Ohne Handy und sogar ohne Brille, einfach herrlich entspannend".

Für Studentin Mia fühle es sich richtig unwirklich an, wenn sie nach dem Lagerleben wieder in die Moderne komme. Die 24-jährige muss sich wie der auffällig lila-gelb gewandete "Tarek iben Nassr" noch einen geschichtlichen Namen ausdenken. "Man mag es kaum glauben, aber solche fröhlichen Farben trugen früher die Sarazener", weiß der Schwertkämpfer.

Ein besonderer Hingucker sind die Schaukämpfe vor dem Portal des Wäscherschlosses, die an Kämpfe zwischen Kreuzrittern und Sarazenen erinnern sollen. Noch mehr Freude kommt auf, wenn sich kleine wie große Besucher einmal selbst mit Schwert, Kettenhemd und Helm beweisen dürfen. "Etwa 15 bis 30 Sekunden", beantwortet Georg Cichhon die Frage nach der Dauer des Aufeinandertreffens, bis einer der beiden Kontrahenten meist mit einem gezielten Hieb einen Kopf kürzer war.

Nach und nach tauschen die Staufersaga-Mitglieder Erfahrungen und erworbenes Wissen über das Leben im Mittelalter aus. Sie wollen ihre Kenntnisse an Besucher weitergeben. Es gebe viel unsinniges Wissen über jene Epoche. Als schlechtes Omen deutet Schmied Sergj Ermolaer das Wetter. "Irgendwie ist es seltsam. So dämpfig schwül und es regnet gar nicht wie angekündigt. Das war letztes Jahr zu Pfingsten auch so und dann kam ein heftiger Sturm", erinnert sich der Student für Kommunikationsgestaltung. Er wünscht sich zu seinem heutigen Geburtstag das es wenigstens trocken bleibt.

Info Noch bis zum Sonntag, 4. Mai, sind wechselnde Mitglieder der Staufersaga auf Burg Wäscherschloss.

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