Sanierung der Grundschule Böhmenkirch

Sie ist alt und deshalb wird's auch teuer: Die Gemeinde Böhmenkirch muss rund 400.000 Euro in die Sanierung ihrer Grundschule stecken. Wasser, Heizung und Toiletten sind die größten Baustellen.

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Die Heizkörper in der Böhmenkircher Grundschule sind nicht nur alt, sondern auch ein Sicherheitsrisiko. Rektor Johannes Bartenbach zufolge gab es schon einige Platzwunden, wenn die Kinder im Klassenzimmer herumtollen  Foto: 

"Wenn Sie Kaffee kochen wollen, brauchen Sie nicht viel Pulver. Das Wasser aus dem Hahn ist schon so braun genug." Als Ingenieur Andreas Music dem Böhmenkircher Gemeinderat am Dienstag den Sanierungsbedarf in der Grundschule erläuterte, musste er indessen nicht mehr viel Überzeugungsarbeit leisten. Bereits Ende September hatten die Räte vor Ort mit eigenen Augen begutachtet, in welch marodem Zustand sich die Technik in dem über 60 Jahre alten Gebäude befindet.

Music fasste die Mängel am Dienstag trotzdem nochmal zusammen: Das "braune Kaffeewasser" kommt aus rostenden Wasserleitungen. Viele Stichleitungen bilden zudem einen idealen Nährboden für Keime. Der Ingenieur bezweifelt, ob man damit noch die Vorgaben der Trinkwasserversorgung erfüllt. Bei der Heizung sieht es noch schlimmer aus. Hier sind die Leitungen so stark angegriffen, dass die ersten bereits 2009 durchrosteten und ausgetauscht werden mussten. Außerdem bemängelt der Fachmann die alten Heizkörper aus Gusseisen: "Die scharfkantigen Rippen stellen ein erhebliches Verletzungsrisiko für die Schüler dar", warnte Music auch vor möglichen Haftungsproblemen für die Gemeinde.

Als einzige Lösung, der Probleme dauerhaft Herr zu werden, sieht Music eine komplette Neuinstallation. Dafür reicht es, die alten Leitungen für Wasser und Heizung stillzulegen und durch neue Kunststoffleitungen zu ersetzen. In vielen Fällen können die neuen Rohre in bereits vorhandenen Lüftungsschächten verlegt werden. Damit erspart man sich Dreck und Staub durch großes Reißen. Wenn man schon dabei sei, könne man auch gleich die 25 Jahre alten Toiletten und die Waschbecken in den Klassenzimmern erneuern, schlug Bürgermeister Matthias Nägele vor.

Mit Spannung erwarteten die Räte, was das alles kosten soll. 180.000 Euro hat Music für die Installation der neuen Trinkwasserleitungen kalkuliert, 125.000 Euro soll die Sanierung der Heizungsrohre kosten. Modernisierte Sanitärbereiche und eine automatisierte Technik für die gesetzlich vorgeschriebene regelmäßige Spülung der Stichleitungen mit eingerechnet, geht Music von Gesamtkosten in Höhe von rund 400.000 Euro aus. Einige vorbereitende Arbeiten könnten unter laufendem Schulbetrieb erfolgen. Der Ingenieur ist daher zuversichtlich, dass "für die Hauptgewerke die großen Ferien reichen müssten".

Im Gremium gab's danach kaum Diskussionen. Auf Vorschlag von Philipp Elwert und Michael Lang wird es zumindest in den Toiletten Warmwasser geben. Dafür werden unter den Becken Boiler installiert, die jeweils 250 Euro kosten. Andrea Zahn wünschte sich warmes Wasser an allen Waschbecken. Bürgermeister und Ingenieur sehen dafür keine Notwendigkeit. "Aber das können wir noch im Detail klären", schlug der Bürgermeister vor.

Vor diesem Hintergrund nahm das Gremium die Sanierungspläne zustimmend zur Kenntnis. Nachdem ein Zuschuss in Höhe von 42.300 Euro vom Bund bereits sicher ist, soll die Verwaltung jetzt prüfen, ob es für die Sanierung möglicherweise noch weitere Fördermittel aus dem Ausgleichsstock des Landes gibt.

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