Sandro Kerschensteiner schafft es bis zum Bundeswettbewerb

Aus einem unmotivierten Schüler wird ein Preisträger im Beruf: Sandro Kerschensteiner hat die Juroren auf Landes- und Bundesebene mit seinem durchdachten Gesellenstück als Schreiner überzeugt.

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  • Sandro Kerschensteiner weiß, wie man mit Holz umgeht - das zeigt er auch am Sägetisch der Möbelwerkstätte Rösch in Unterböhringen. 1/2
    Sandro Kerschensteiner weiß, wie man mit Holz umgeht - das zeigt er auch am Sägetisch der Möbelwerkstätte Rösch in Unterböhringen. Foto: 
  • Die diversen Rundungen des Sideboards haben Sandro Kerschensteiner die meiste Arbeit beschert. 2/2
    Die diversen Rundungen des Sideboards haben Sandro Kerschensteiner die meiste Arbeit beschert. Foto: 
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Sein Gesellenstück direkt kann Sandro Kerschensteiner nicht präsentieren. Das steht gut verpackt zu Hause in Gosbach im Keller, seit es der Schreinergeselle von der Messe für Holz- und Forstwirtschaft "Ligna" in Hannover wieder zurückgebracht hat.

Aber weil es von all den Gesellenstücken, die es bis zum dort stattfindenden Bundesentscheid von "Die Gute Form" des Deutschen Tischler- und Schreinerverbandes geschafft haben, einen Katalog gibt, kann der 25-Jährige seinen "Taschenleerer" trotzdem zeigen: Es ist ein detailliert durchdachtes Möbelstück - ein Sideboard zum Aufhängen - für den Eingangsbereich. "Wer nach Hause kommt, kann hier seine Taschen leeren und den Schlüssel, das Handy oder die Post ablegen", erklärt der erfolgreiche Geselle aus der Möbelwerkstätte Rösch in Unterböhringen. Er hat sich für den Bundeswettbewerb dadurch qualifiziert, dass er bei der Ausstellung aller Schreiner-Gesellenstücke aus dem Landkreis nach der Gesellenprüfung im vergangenen Herbst den ersten Platz belegte und danach die Juroren des Landeswettbewerbes genauso souverän überzeugen konnte.

"Es war aber unglaublich viel Arbeit", gibt Sandro Kerschensteiner zu. "Ich habe zwei Wochen lang unter Hochdruck zwölf Stunden täglich daran gearbeitet, auch samstags und sonntags und bin sechs Stunden vor Prüfungsbeginn fertig geworden." Er schmunzelt. Das Aufwendige seien die diversen Rundungen des Sideboards gewesen, für die er viele Schablonen im Vorfeld erstellen musste. "Die runde Schale auf der Ablage ist in das rustikale Brett aus dunkler Räucher-Eiche eingearbeitet, nicht aufgesetzt. Ich habe das CNC-Programm dafür selbst geschrieben und im Geislinger Berufsschulzentrum dann auf der CNC-Maschine hergestellt".

Diese Eichen-Ablage lässt sich verschieben, dadurch kommen im darunterliegenden Kasten, der ebenfalls mit einer Rundung an der Längsseite abschließt, verschiedene Ablagen-Kästchen zum Vorschein, sodass alle Utensilien ihren Platz finden, wenn sie aufgeräumt werden sollen. Das Ganze wird - als Blickfang - mit einem roten, sogenannten Bulletin Board kombiniert. "Das ist eine Art Linoleum mit offenporiger Oberfläche. Hier können Nachrichten hingepinnt werden", informiert der junge Mann.

Dass er vor seiner Ausbildung ein "stinkfauler", wie er selber sagt, Schüler war, ist ihm heute nicht mehr anzumerken. Lange hat es gedauert, bis der Realschüler wusste, was er wollte. Dass er den richtigen Beruf für sich fand, habe er seinem Anleiter während eines freiwilligen sozialen Jahrs auf der Freizeit- und Begegnungsstätte auf dem Michelberg, Hans-Peter Florea, zu verdanken, gibt er zu, "der hat mein Talent für Holzarbeiten erkannt, und dort habe ich erstmals gemerkt, wie schön es ist, wenn man sich anstrengt und sich dann ein Erfolgsgefühl einstellt".

Sein Ausbilder und Chef Wilfried Rösch konnte das Talent Sandros samt dessen Begeisterung für den Schreinerberuf im Lauf der drei Ausbildungsjahre ausbauen und fördern. Und freut sich mit ihm über diesen Erfolg.

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