Russisches Ballett verzaubert mit Schwanensee

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Selbst nach über 120 Jahren seit der Uraufführung der zweiten, längst populäreren Fassung ist „Schwanensee“ noch immer der absolute Renner im Bereich des klassischen Balletts. Und auch das Publikum im fast vollbesetzten Saal der Göppinger Stadthalle ließ sich am Freitagabend von Tanz und Musik mit sichtlich großem Vergnügen entführen in das zauberhafte Reich der Märchen.

Eine Traumreise freilich, die von der 2004 in Moskau gegründeten Truppe „Das Klassische Russische Ballett“ auf wunderbare Art gestaltet wurde und den Abend zu einem tänzerischen Ereignis von Rang werden ließ.

Geschmackvoll entworfene Kostüme, fantasievoll gemalte Bühnenbilder und Peter Tschaikowskys herrliche Musik - mit guter Tonqualität vom Band eingespielt - machten so auch für die vielen kleinen Besucher unterm Publikum das Handlungsgeschehen um den verliebten Siegfried und der verzauberten Schwanenprinzessin auch ohne Worte, nur mit den Ausdrucksmitteln des Tanzes, leicht verständlich.

Die nicht immer abwegige Behauptung, Tournee-Gastspiele wären getragen von einem künstlerisch eher mäßigen Niveau, wurde zumindest von der Moskauer Truppe unter der künstlerischen Leitung von Hassan Usmanov auf beeindruckende Art widerlegt. Allesamt waren sie Absolventen der Bolschoi-Akademie (siehe auch Info-Kasten), was allein schon an den fein geschliffenen Bewegungen sowohl bei den Solopartien als auch bei den Ensembleszenen unschwer auszumachen war.

Die Solisten vermochten denn auch ein tänzerisches Glanzlicht nach dem anderen zu setzen: Ein sprungsicherer, in der technischen Ausführung fast perfekter Prinz Siegfried; Odette und Odile, die den Pas de deux und die Piroutten ebenso brillant beherrschten wie die gewiss nicht einfach auszuführenden Fouettés; ein Zauberer Rotbart, der allein schon durch seine mimische Ausdruckskunst ebenso  gut überzeugen konnte wie der Hofnarr, der sich als gewiefter und sprunggewaltiger Pfiffikus schnell in die Herzen der Besucher zu tanzen verstand. All dem wollten freilich die vier kleinen Schwäne in ihren weiß-federnen Tutus in keiner Weise nachstehen: Den legendären „Pas de quatre“ tanzten sie geradezu bravourös.

Und nicht zuletzt getragen von Tschaikowskys musikalischem Einfallsreichtum gerieten auch die Nationaltänze zu einem farbenfrohen, vom Corps de Ballett tänzerisch souverän ausgeführten Erlebnis.

Wie inzwischen bei den meisten Inszenierungen üblich, ist auch der Schluss dieser Aufführung ein versöhnlicher: Siegfried besiegt Rotbart und geht mit seiner Odette einer glücklichen Zukunft entgegen.

Am Schluss minutenlanger, stürmischer Applaus und Rosen aus dem Publikum für die Ballerina.

Ausbildung: Die Moskauer Bolschoi-Ballett-Akademie gilt als eine der ältesten und renommiertesten Schulen für klassische Ballettausbildung.

Zahlreiche Weltklassetänzer, international gefragte Lehrer und Choreografen sowie alle namhafte Solisten des Bolschoi-Theaters haben an dieser Einrichtung ihr Studium abgeschlossen.

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