Runder Tisch auf Dauer Problem mit Jugendtreffs: Kultur des Zusammenwirkens gefragt

Rechberghausen sieht sich mit Jugendtreffs am Ort konfrontiert, die für Unmut sorgen. Lösungsansätze erhofft sich die Kommune unter anderem durch einen regelmäßigen"Runden Tisch".

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Bereits seit längerer Zeit bilden verschiedene öffentliche Plätze in der Gemeinde Rechberghausen, die sich im Bereich eines Lebensmittelmarkts, beim Feuerwehrmagazin oder auch im"Töbele" befinden, beliebte Treffpunkte für einige Jugendliche aus dem ganzen Landkreis.

Dies wäre für die Kommune nicht weiter tragisch, doch die Jugendlichen konsumieren an diesen Orten erhebliche Mengen Alkohol und sorgen zusätzlich mit den zurückgelassenen Müllbergen und auch durch Vandalismus für Unmut in der Gemeinde. Um Lösungsansätze für die Problematik zu suchen, fand kürzlich ein"Runder Tisch" mit Vertretern von Polizei, Kreisjugendamt und der Gemeindeverwaltung statt. Neben derörtlichen Jugendhausleiterin war dabei auch Professor Hans-Jochen Wagner von der Hochschule Esslingen mit an Bord, der Gemeinden bei entsprechenden Projekten in der Jugendarbeit beratend zur Seite steht. Trotz der Umstände müsse die Gemeinde zunächst einmal froh sein, dass sie mit ihrer Infrastruktur für die Jugendlichen sehr attraktiv sei, betonte Wagner, als er dem Gemeinderat die Ergebnisse des Gesprächs verdeutlichte."Jugendliche suchen schöne Plätze, an denen das Motto sehen und gesehen werden gilt", informierte der Experte, der zudem darauf hinwies, dass das Problem nicht mit einer schnellen Lösung beseitigt werden könne. Vielmehr sei im Zuge einer langfristig angelegten Jugendarbeit eine"Kultur des Zusammenwirkens" gefragt, so Wagner.

Er stellte ein Gesamtkonzept für die Jugendarbeit in Rechberghausen vor, bei dem zunächst ein langfristiger"Runder Tisch" ins Leben gerufen werden sollte, der als Teilnehmer nicht nur die Verantwortlichen für die Jugendarbeit in Rechberghausen vorsieht, sondern bei dem beispielsweise auch interessierte Bürger aktiv werden können. Dort sollten dann unterschiedliche Fragestellungen rund um die Jugend beraten werden, wie zum Beispiel, was Jugendliche brauchen, oder wie sich diese in der Gemeinde einbringen können.

Eine Verlagerung der Jugendarbeit vom wenig besuchten Jugendhaus hin zu den Plätzen der Jugend, zeitweise Unterstützung durch ein professionelles Streetworking und die Beteiligung der Jugendlichen in Form einer moderierten Jugendversammlung waren weitere Vorschläge. Eine Vernetzung von Polizei, Schule, Schulsozialarbeit, Kirchen, Vereinen, offener Jugendarbeit und dem Bürgermeisteramt mit regelmäßiger Information des Gemeinderats sei sehr wichtig, so lautete eines der Ergebnisse des Gesprächs.

Die Gemeinde müsse als liebenswert an die Jugendlichen herangeführt werden, meinte Gemeinderätin Martina Zeller-Mühleis, welche ihre Zustimmung zu den Vorschlägen äußerte."Es gilt auch die eigene Jugend konkret mit einzubinden", erklärte Ratskollegin Sieglinde May, und Thomas Möck betonte, dass man den Jugendlichen für die geschaffenen Plätze einfach"feste Regeln klar machen müsste".

Zwar waren im Gremium auch kritische Stimmen zu hören - wie beispielsweise von Franz Steeb, der das Verhalten dieser Jugendlichen"daneben" findet und meinte, die Gemeinde solle hierfür keine Gelder in die Hand nehmen - doch letztendlich entschied der Gemeinderat, einen dauerhaften"Runden Tisch" ins Leben zu rufen und auch eine Jugendversammlung zu organisieren, wobei Gemeinderat Helmuth Hofbauer darauf hinwies, dass offene Jugendarbeit für die Gemeinde keinesfalls"Neuland" sei, sondern in der Vergangenheit hierzu auch bereits einiges umgesetzt wurde.

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