Ruf nach neuen Busverbindungen

Die Gemeinschaftsschulen verändern die Schülerströme im Landkreis. Damit wird vielerorts der Ruf nach neuen Busverbindungen laut.

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Die Gemeinschaftsschule in Albershausen erweist sich neuerdings auch für Kinder aus Ebersbach als Magnet. 18 der 63 angemeldeten Viertklässler kommen aus dem unteren Filstal. Insgesamt wächst die Zahl der Schüler aus Ebersbach im kommenden Schuljahr auf 36. Aus Sicht der Gemeinde ist das eine erfreuliche Entwicklung und für Bürgermeister Jochen Bidlingmaier eine Bestätigung, dass die Einführung der neuen Schulart richtig war. Indes tun sich mit dem Schülerzuwachs auch Probleme auf. Es gibt keine direkte Busverbindung zwischen den Kommunen. „Derzeit behelfen sich Eltern, indem sie Fahrgemeinschaften bilden“, sagt Bidlingmaier. Gemeinde und Schule wollen möglichst schnell Abhilfe schaffen und haben beim Landkreis angeklopft.

„36 Kinder sollten einen Bus hergeben“, meint der Rathauschef. So einfach stellt sich die Situation jedoch für Jörg-Michael Wienecke, Leiter des Amtes für Mobilität und Verkehrsinfrastruktur, nicht dar. Denn die Kreisbehörde erreicht mittlerweile eine Menge solcher Anliegen. „Aufgrund der neuen Gemeinschaftsschulen sprechen wir inzwischen von vielen Verbindungen, über die wir vor Jahren noch nicht diskutiert hätten“, sagt Wienecke. Verständnis für die Wünsche hat der Amtschef durchaus. Die Eltern wollten zurecht eine Direktverbindung, weil sie das gleiche für die Schülerbeförderung zahlten, wie jene, deren Kinder bequemere Busverbindungen zur Schule hätten.

Auch das Anliegen der Gemeinden, den Bestand ihrer Schulen zu sichern, kann Wienecke nachvollziehen. „Aber der ÖPNV kann nicht das Korrektiv sein, um bestimmte Schulstandorte zu sichern“, macht der Verkehrsplaner deutlich. Speziell im unteren Filstal stießen unterschiedliche Interessen aufeinander. Einerseits die der Gemeinde Albershausen und andererseits der Stadt Uhingen, die ebenfalls eine Gemeinschaftsschule hat und dazu von Ebersbach mit Bahn direkt erreichbar ist. „Wir müssen deshalb sehr genau prüfen“, sagt Wienecke zu dem Albershäuser Wunsch. Denn jede neue Verkehrsverbindung koste Geld.

Im Juli wollen sich Schulträger und Kreisbehörde zusammensetzen und die Möglichkeit einer Lösung ausloten. Das Anliegen aus Albershausen ist für Wienecke geradezu ein Paradebeispiel für andere Kommunen im Landkreis, wie etwa Süßen. Dort wird für die Schlater Kinder, die die Gemeinschaftsschule besuchen, eine Lösung gesucht. „Wir reden inzwischen nicht mehr über ein oder zwei Schulbusse mehr, sondern ein Vielfaches davon und das lässt sich nicht mehr finanziell darstellen.“

Eigentlich sei der Plan gewesen, das Thema Schulbusse im Zuge des künftigen Nahverkehrsplans zu diskutieren. Inzwischen seien dazu die Stellungnahmen aller 38 Kreiskommunen eingegangen – mit einer Flut von Anträgen auf Verbesserungen, „die finanziell fast nicht zu stemmen sind“.

Planung braucht Zeit

Nahverkehrsplan: Frühestens mit dem im Dezember 2016 in Kraft tretenden neuen Fahrplan seien Verbesserungen im Busverkehr hinzubekommen, erklärt der Leiter des Amts für Mobilität und Infrastruktur beim Landkreis, Jörg-Michael Wienecke. „Der große Wurf“ – also ein auf den Schienenverkehr abgestimmter Nahverkehrsplan – werde nicht vor Dezember 2018 kommen.

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