Rüsten für das Alter

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Etwa 30 Menschen wollten wissen, welche Pläne die Gemeinde hinsichtlich an Demenz erkrankter Menschen im Ort hat.  Foto: 

Nur etwa 30 Menschen wollten sich mit dem ernsten Thema auseinandersetzen. Das mag aber auch am heftigen Schneefall gelegen haben, der kurz zuvor eingesetzt hatte.

Wie Bürgermeister Herbert Juhn bei der Veranstaltung „Älter werden in Bad Ditzenbach im Landkreis Netzwerk Demenz“ im örtlichen Bürgerhaus sagte, habe der Gemeinderat am 22. Juni beschlossen, diesem Netzwerk beizutreten. „Der heutige Abend soll eine Auftaktveranstaltung für die lokale Netzwerkarbeit in Bad Ditzenbach sein“, sagte Herbert Juhn.

Immer mehr Pflegebedürftige

Mittels einer Bürgerbeteiligung soll eine Auseinandersetzung mit den Belangen und Schwierigkeiten von älteren Menschen in der Gemeinde stattfinden. Rudolf Dangelmayr, der neue Sozialdezernent im Landratsamt Göppingen, betonte, dass es dem Landkreis ein Anliegen sei, das Thema „Demenz und Sorgende Kommune“ in die Öffentlichkeit zu bringen. Die Zahl an pflegebedürftigen Menschen im Landkreis Göppingen werde bis zum Jahr 2030 auf 10 900 Pflegefälle ansteigen. Ein beachtlicher Teil dieser Menschen wird auch eine Demenzerkrankung haben.

Isabell Schröder, Altenhilfefachberaterin im Landkreis, die das Netzwerk Demenz koordiniert, erklärte, dass es eine wichtige Zukunftsaufgabe sei. Das Netzwerk biete die zeitgemäße Kooperationsform und habe die Ziele „Sozialer Bewusstseinswandel“, „Demenzfreundlicher Landkreis“ und „Gemeinsame Strategien“. Wie Isabell Schröder betonte, solle Aufmerksamkeit und Verständnis für Demenz geschaffen, die Lebensqualität verbessert sowie der Stigmatisierung entgegengewirkt werden. Heide Daiss (Netzwerk Demenz Eislingen) und Anke Pade (Netzwerk Ebersbach) berichteten von ihrer Arbeit, die Tanznachmittage, Betreuungscafés, Sportprogramme und mehr beinhaltet.

Ältere gehören zur Gemeinschaft

In einer ausgedehnten Exkursion zum Thema „Älter werden in Bad Ditzenbach“ ging Bürgermeister Herbert Juhn auf den demografischen Wandel in den Kommunen ein und erklärte, dass ältere Menschen seit jeher zur örtlichen Gemeinschaft gehören. Sie bringen ihre Erfahrungen ein, seien umgekehrt aber auch auf die Hilfe Jüngerer angewiesen. In Bad Ditzenbach werde die bisherige Krea­tivwerkstatt in „Zukunftswerkstatt“ umbenannt, die sich im nächsten Jahr mit dem Schwerpunkt „Älter werden in Bad Ditzenbach“ befassen wird. Juhn: „Mit einer Bürgerbeteiligung und dem Gemeinderat wollen wir uns den Zukunftsherausforderungen stellen.“

Regine Schweiger von der Betreuungsbehörde im Landratsamt Göppingen informierte über die Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung sowie deren Unterschiede. Während bei der Vorsorgevollmacht eine Person des Vertrauens eingesetzt wird, kann bei der Betreuungsverfügung nur der schriftliche Wunsch geäußert werden, wer vom Betreuungsgericht zum Betreuer bestellt wird. Kommt es zu einer Betreuung, dann fallen nicht unerhebliche Kosten an, zum Beispiel Betreuung durch den Berufsbetreuer mit monatlichen 200 bis 300 Euro.

Im Anschluss konnten sich die Besucher am Stand der Segofils und beim Arbeitskreis Asyl informieren. Oder sie sprachen bei kostenlosen Snacks und Getränken mit den Referenten des Infoabends.

Im Jahr 2010 wurde das Netzwerk Demenz in Geislingen ins Leben gerufen, es folgten Göppingen (2011), Eislingen (2014), Ebersbach (2015), Salach (2016) und nun Bad Ditzenbach.

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