Riesenfalter ist ein Windenschwärmer

Beim rätselhaften Riesenfalter handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Windenschwärmer. Und der scheint hier gar nicht so selten zu sein.

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    Eindeutiges Merkmal des Windenschwärmers: Die beiden roten Punkte auf dem Rücken. Foto: 
  • Zum Vergleich der Ligusterschwärmer: Ohne Punkte sind auch die weißen Binden auf den Hinterleibsegmenten nicht so ausgeprägt wie beim Windenschwärmer. 2/2
    Zum Vergleich der Ligusterschwärmer: Ohne Punkte sind auch die weißen Binden auf den Hinterleibsegmenten nicht so ausgeprägt wie beim Windenschwärmer. Foto: 
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Riesenfalter – riesiges Echo. Kaum zu glauben, wie viele Insektenkundler es unter den Lesern gibt. Am Freitagmorgen stand das Telefon in der Redaktion nicht mehr still und der E-Mail-Ordner quoll über, so überwältigend war die Reaktion auf unser  „Schmetterlingsrätsel“. Und jetzt steht auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit fest: Bei dem in Deggingen aus einem aufgeklappten Sonnenschirm geplumpsten Falter handelt es sich um einen Windenschwärmer (agrius convolvuli).

Einige wenige Leser tippten auf den Ligusterschwärmer. „Die beiden roten Punkte auf dem Rücken sind das herausstechende Merkmal des Windenschwärmers. Die hat der Ligusterschwärmer nicht“, klärt Martin Kittel aus Geislingen auf. „Die weißen Binden auf den Hinterleibssegmenten sind beim Windenschwärmer auch viel ausgeprägter“, ergänzt Dieter Sadrawetz. Wie der ehemalige Biologielehrer am Geislinger Michelberg-Gymnasium weiter erläutert, kommt der große Falter ursprünglich aus Südeuropa und Afrika und ist irgendwann über die Alpen gewandert. GZ-Leser Manfred Feitz zufolge kann er  bis zu 100 Stundenkilometer schnell fliegen. Sadrawetz will indessen nicht ausschließen, dass sich der „Einwanderer“ inzwischen so weit angepasst hat, dass er bei uns auch überwintert.

Das würde auch für sein recht häufiges Auftreten hierzulande sprechen. Den Anrufern zufolge ist der Windenschwärmer vor allem im Oberen Filstal keine Seltenheit mehr. Helmut Munz aus Geislingen hatte vor einigen Jahren gleich 20 Exemplare in seinem Wintergarten. Aber auch auf der Alb wurde der nachtaktive Windenschwärmer schon gesichtet: Bei Hans-Jörg Schwandt in Nellingen ist einer kürzlich abends gegen das Wohnzimmerfenster geflogen: „Das hat gerumpelt, als wär’s ein Vogel gewesen“, berichtet Schwandt. Der Falter hat‘s offenbar schadlos überstanden. Was auch Schwandts Gattin nicht geschadet hat: „Die hat sich anschließend nicht mehr zum Rauchen auf den Balkon getraut“, verrät der Ehemann schmunzelnd.

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