Christel Beck: Revolution soll vom Volk ausgehen

Christel Beck tritt als Direktkandidatin für die linksradikale Kleinstpartei MLPD an: „Kapitalismus schafft soziale Probleme.“

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Christel Beck, erste Direktkandidatin der MLPD im Wahlkreis Göppingen.  Foto: 

„Wir sind die antikapitalistische Alternative“, sagt Christel Beck selbstbewusst. Die 68-jährige Rentnerin aus Rechberghausen ist die einzige Direktkandidatin einer Kleinstpartei für die Bundestagswahl im Wahlkreis Göppingen, sie tritt für die Internationalistische Liste/MLPD an. Da Listenvereinigungen vom deutschen Wahlrecht für die Wahl zu Bundestag nicht vorgesehen sind, tritt die marxistisch-leninistische Partei unter diesem Namen an. Beck erläutert, dass sich rund 15 Gruppierungen mit durchaus differierenden Ansichten zusammengeschlossen hätten.

Die studierte Volkswirtin, die als Steuerfachangestellte gearbeitet hat, kandidiert zum ersten Mal – wie auch die MLPD in Göppingen erstmals eine Direktkandidatin aufgestellt hat. Aber warum nicht gleich die Linken wählen, die voraussichtlich wieder in den Bundestag einziehen werden? „Im Gegensatz zu uns hat die Linkspartei längst ihren Frieden mit dem Kapitalismus geschlossen“, meint Beck. Die Linke trete für eine soziale Bundesrepublik ein. „Aber wir sind der Meinung, dass der Kapitalismus erst die sozialen Probleme schafft. Man muss das imperialistische System stürzen und die Ausbeutung beenden. Wir stehen für revolutionäre Veränderung.“ Also Klassenkampf mit Waffengewalt? Christel Beck winkt entsetzt ab: „Wir sind keine Terroristen!“ Die Zeit für die Revolution sei erst dann reif, wenn es eine entscheidende Mehrheit dafür gebe. „Ich denke an die Oktoberrevolution vor 100 Jahren, die ging ja von Frauen aus.“ Auf heute sei die Situation aber nicht eins zu eins zu übertragen. „Wir als MLPD wollen die Menschen überzeugen.“

Beck hat auch klare Standpunkte bei aktuellen Problemen: Keine Fahrverbote auf Kosten der Menschen, sondern massiver Ausbau des Nahverkehrs, eine „radikale Wende in der Verkehrs­politik“, die endgültige Abkehr von Kohlestrom und Atomkraft sowie Verbot aller faschistischen Organisationen. Eine neue DDR will die Kandidatin hingegen nicht: „Ausgehend von der Parteispitze wurde dort der Sozialismus verraten.“

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