Rettung aus den Fluten

Wolkenbrüche und Orkanböen sorgten am 15. Februar 1990 für Notfälle im ganzen Landkreis. Die Feuerwehr musste sich um Stromausfall, blockierte Straßen und vollgelaufene Keller kümmern.

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Dieses Auto war auf der überfluteten Meerbachbrücke stecken geblieben. Zwei Senioren mussten darin eine Viertelstunde lang auf Hilfe warten.  Foto: 

Mitten im Unwetter mussten am 15. Februar 1990 zwei ältere Menschen aus den reißenden Fluten des Meerbachs gerettet werden, die mit ihrem Auto auf der Brücke zwischen Bartenbach und Lerchenberg steckengeblieben waren. Wie die NWZ einen Tag später berichtete, hatten sie bereits eine Viertelstunde in ihrem Fahrzeug ausgeharrt, als sie sich bemerkbar machen konnten. Mit Hilfe eines Traktors zog die alarmierte Feuerwehr das Fahrzeug, dessen Fußraum bereits mit Wasser vollgelaufen war, auf die Kreisstraße zurück.

Schon tags zuvor hatte es begonnen heftig zu regnen. In den folgenden 30 Stunden verzeichnete die Wetterstation Stötten 60,5 Liter Wasser pro Quadratmeter, in Göppingen waren es sogar 67,8 Liter. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Februar kommt auf 69 Liter für den ganzen Monat. In der zweiten Nachthälfte begannen die Stürme mit Windböen bis zu 127 Stundenkilometern. 188 Einsätze waren laut Kreisbrandmeister Joachim Luther an diesem Tag zu bewältigen. Die meisten, nämlich 39, hatte es in Göppingen gegeben. Bereits um 5 Uhr früh kam der erste Alarm aus Albershausen, wo die B 297 unter Wasser stand. Es folgten Meldungen über entwurzelte und umgestürzte Bäume, die unter anderem fünf Überlandleitungen gekappt hatten. Die Fils erreichte zum Mittag 3,33 Meter am Pegel Süßen und überschritt damit die für Uhingen kritische Marke von 3,30 Meter. Daraufhin wurden die Schüler der filsnahen Uhinger Hieberschule vorsorglich nach Hause geschickt. Am Nachmittag schließlich trat der Göppinger Barbarossasee über die Ufer. Kurze Zeit später ließen die Niederschläge nach und die Lage entspannte sich allmählich.

Was sonst noch geschah . . .

13. Februar 1965: Landrat Gustav Seebich zeigt unerschütterlichen Optimismus, was die Zustimmung des Innenministeriums zum neuen Krankenhausbau am Eichert betrifft. Er sieht darin keine ablehnende Haltung dem Neubau gegenüber.

13. Februar 1990: Eine Flurkarte aus dem Jahr 1828 bringt es ans Licht: Im Bereich Rechberghausen ist der Großteil von 190 Biotopen mittlerweile verloren gegangen. Ehrenamtliche Naturschützer hatten die alten Unterlagen ausgewertet.

20. Februar 1990: Der Herrenbachstausee ist biologisch tot. Das Einleiten von Abwässern, Düngemittelauswaschungen aus landwirtschaftlichen Flächen und das Füttern der Fische seien die Hauptursachen dafür, erklärte ein verantwortlicher Biologe.

SWP

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