Rechberghausen plant keine neuen Schulden

Ohne neue Schulden möchte im kommenden Jahr Rechberghausen auskommen. Der Haushalt der Schurwaldgemeinde wurde für 2015 auf das neue Haushaltssystem, die Doppik, umgestellt.

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Im nächsten Jahr rechnet die Gemeinde Rechberghausen mit höheren Ausgaben im Bereich Kinder- und Kleinkinderbetreuung in Höhe von 262 100 Euro, unter anderem auch für den katholischen Kindergarten St. Elisabeth.  Foto: 

Als erste Gemeinde im Schurwald wird Rechberghausen im nächsten Jahr einen nach dem neuen kommunalen Haushaltsrecht erstellten Etat einbringen. Von der bisherigen kameralistischen Buchführung wird auf die sogenannte Doppik umgestellt - die doppelte Buchführung. Diese wird in ähnlicher Form bei Wirtschaftsunternehmen eingesetzt und soll für mehr Transparenz und ein leistungsfähigeres Haushaltrechnungswesen sorgen, sagte Bürgermeister Reiner Ruf am Dienstagabend im Gemeinderat.

Viel Arbeit hatten und haben die Mitarbeiter des Rathauses mit der Erstellung eines doppischen Etats, den Kämmerer Heiko Grimaldi als "Meilenstein" bezeichnete. Das Haushaltsvolumen 2015 wird bei den ordentlichen Erträgen im Ergebnishaushalt (ehemals Verwaltungshaushalt) mit rund 9,8 Millionen Euro beziffert, bei den ordentlichen Aufwendungen mit etwa 10,2 Millionen Euro. Das führt zu einer Zuführungsrate, die sich jetzt "Zahlungsmittelüberschuss aus laufender Verwaltungstätigkeit" nennt, von 318 400 Euro, die damit rund 250.000 niedriger ausfällt als die Zuführungsrate in diesem Jahr. Durch die Umstellung auf die Doppik wird aber insgesamt mit einem negativen Haushaltsergebnis in Höhe von rund 362.000 Euro gerechnet.

Positiv ist hingegen, dass Rechberghausen im kommenden Jahr keine neue Schulden machen will, sondern stattdessen etwa 453.200 Euro von den zum 1. Januar 2015 erwarteten 3,6 Millionen Euro Schulden abbauen möchte. Auch die Steuern sollen in der Schurwaldgemeinde nicht erhöht werden. Die Steuereinnahmen der Kommune werden 2015 etwa auf dem Niveau von diesem Jahr liegen, schätzt die Verwaltung, wobei im kommenden Jahr höhere Schlüsselzuweisungen fließen sollen. Demgegenüber steigen aber auch die Umlagen, beispielsweise an den Landkreis.

Mehrkosten werden im Bereich Kinder- und Kleinkinderbetreuung in Höhe von 262.100 Euro erwartet. "Da werden die Lasten unfair verteilt", meinte Bürgermeister Ruf in Richtung Land und Bund. "Oben wird etwas beschlossen, und die Unten werden belastet." Gemeint sind die Städte und Gemeinden, die ohne einen Ausgleich beispielsweise vom Land zu bekommen, diese Aufgaben so nicht mehr leisten können, meint Ruf.

Neben den höheren Ausgaben für die Kinderbetreuung ist eine der größten Investitionen im nächsten Jahr der Geh- und Radweg im Bereich der B 297 (Bahnhofstraße). Dafür sind im Etat 535.000 Euro eingestellt worden, wobei Rechberghausen auf Zuschüsse von insgesamt etwa 300.000 Euro hofft. Auch soll 2015 ein neues Feuerwehrauto mit 135.000 Euro teilweise finanziert werden.

Damit diese Ausgaben möglich sind, sollen der Rücklage der Kommune rund 840.000 Euro entnommen werden. Auf der hohen Kante werden Ende 2015 dann noch knapp eine Million Euro liegen.

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