Rechberghäuser Haushalt: Aus Minus wird kein Plus

Einen knapp 12-Millionen-Haushalt brachte die Rechberghäuser Gemeinde ein. Große Investitionen machen einen Kredit notwendig.

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Der größte Investitionsbatzen, der Kindergarten „Im Töbele“, wird gerade gebaut. Knapp 2,5 Millionen Euro investiert die Gemeinde.  Foto: 

Ein verfrühtes, aber schwergewichtiges Nikolausgeschenk erhielten die Rechberghäuser Gemeinderäte von ihrer Bürgermeisterin während der Sitzung am Donnerstagabend: Den Haushaltsplanentwurf 2018. Und der wiegt so um die anderthalb Kilo.

In der Sitzung am 18. Januar soll er verabschiedet werden; zuvor dürfen die Fraktionen am 14. Dezember ihre Stellungnahmen abgeben und Wünsche äußern.

„Stetig steigenden Ausgaben stehen nur mäßig steigende Einnahmen gegenüber“, leitetet Bürgermeisterin Claudia Dörner ihre Haushaltsrede ein. Zwar habe sich die Gewerbesteuer in den vergangenen Jahren „erfreulicherweise stabilisiert und pendelt sich auf einem angenehmen Niveau ein“. Andererseits kletterten die Ausgaben – häufig wegen neu zugewiesener Aufgaben – unaufhaltsam. Daher spreche der Haushaltsplan sehr wohl von den Zielen der Verantwortlichen, vermittle aber auch die Zwänge, denen sie unterworfen seien.

Trotz aller Probleme, die wirtschaftliche Entwicklung zu prognostizieren, hat Rechberghausen einen Haushalt mit einem Volumen von 11,98 Millionen Euro erstellt, der damit um etwa 680 000 Euro höher liegt als im ablaufenden Haushaltsjahr. Und er wird wieder nicht ausgeglichen sein, sondern ein Minus von 255 600 Euro ausweisen. Das sind allerdings etwa 370 000 miese Euro weniger als noch im vergangenen Jahr prognostiziert: „Sie erkennen, dass wir durch eine sparsame Mittelanmeldung und unseren Sparkurs dieses Defizit um mehr als die Hälfte reduziert haben. Das Minus in ein Plus umzuwandeln, ist uns jedoch trotz aller Anstrengungen nicht gelungen“, sagte Claudia Dörner. Denn allein bei der Kreisumlage und dem Finanzierungsausgleich werde die Gemeinde mit 463 000 Euro zusätzlich zur Kasse gebeten: „Weitere Steigerungen sind im Bereich der Personalkosten zu verzeichnen, was zum Großteil mit den weiteren Kindergartengruppen zu begründen ist.“

Und obwohl der Ausblick auf die kommenden Jahre aktuell nicht sehr rosig sei, habe sich die Verwaltung entschlossen, Grund- und Gewerbesteuern nicht zu erhöhen. Allerdings werde man in Zukunft auch darüber sprechen müssen. Naturgemäß macht der Verwaltungshaushalt den größten Batzen aus. So auch in Rechberg­hausen, wo er rund 7,79 Millionen Euro umfasst. Auf die knapp 4,2 Millionen Euro, die für den Investitionshaushalt übrig bleiben, ist die Rechberghäuser Verwaltung allerdings stolz: „Summa sumarum eine Million Euro mehr als im Haushaltsjahr 2017!“

Den dicksten Investitions­brocken macht der Neubau des Kindergartens „Im Töbele“ aus, für den weitere 1,79 Millionen Euro im Haushalt vorgesehen seien. Allerdings gebe es dafür auch Fördermittel über 940 000 Euro.

Über all dem Notwendigen wolle man jedoch das selbst gesteckte Ziel nicht aus den Augen verlieren: „Jedes Jahr einen Spielplatz sanieren!“ Für das kommende Jahr sind sogar zwei eingeplant: Für den Spielplatz am Sportpark Lindach sind 20 000 Euro und für die „allgemeinen Spielplätze 10 000 Euro vorgesehen. In welchen wir investieren, ist noch nicht entschieden“.

Zum Schluss kam die schlechte Nachricht für die Kommunalpolitiker: Ein Kredit über 500 000 Euro, den die Gemeinde aufnehmen wolle: „Ich denke, vor dem Hintergrund dieser gewaltigen Investitionen – wir bauen einen Kindergarten für 2,4 Millionen Euro, wir sanieren zwei Gebäude in der Ortsmitte grundlegend und investieren auch in vielen anderen Bereichen in die Zukunft unserer Gemeinde – können sie unsere Entscheidung nachvollziehen“, appellierte die Bürgermeisterin an die Gemeinderäte.

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