Rainbow City hat seine Pforten wieder geöffnet

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Die Betreuer heißen alle Kinder in Rainbow City herzlich willkommen.  Foto: 

Es ist Dienstag, 9.15 Uhr, der erste Bus rollt an. Eine Horde Kinder nähert sich den noch geschlossenen Pforten der Rainbow City, die dieses Jahr an der Schurwaldschule in Rechberghausen entstanden ist. Junge Betreuer in weinroten T-Shirts kümmern sich noch um die letzten Vorbereitungen, bis einer auf dem gelben Baucontainer am Eingang in die Menge ruft: „Habt ihr Lust auf die Spielstadt?“ Ein Countdown ertönt aus Kindermündern, bis sich endlich die bunten Pforten öffnen.

Hier werden die 220 Kinder zwischen neun und 13 Jahren und 130 Betreuer ihre nächsten zehn Tage verbringen. Bei einer Versammlung in der Sporthalle, die als das „TV-Studio“ der Spielstadt dient, werden die neuen Bürger zunächst über den Ablauf des ersten Tages aufgeklärt.

Nachdem die Kinder ihren Bürgerausweis erhalten haben, kann der Schnuppertag beginnen: Die 50 bis 60 Arbeitsstellen von einer Eisdiele, Cocktailbar, Creperie über eine Gärtnerei, Stoffmalerei bis hin zu einer Wäscherei können erkundet werden, bis sich die jungen Bürger später auf dem Arbeitsamt für einen Beruf entscheiden müssen. Zwei Tage lang arbeiten sie an ihrem ausgewählten Arbeitsplatz, bis sie dann am dritten ihren Job wechseln können. Viereinhalb Stunden wird am Tag gearbeitet und mit 30 Rainies – der Währung in Rainbow City, entlohnt. In ihrer zweieinhalbstündigen Freizeit dürfen die Bürger dann ihr Geld ausgeben. – Wie in der Realität also. So macht die Spielstadt nicht nur Spaß, sondern gibt ihren jungen Bürgern auch die einen oder anderen Soft Skills mit auf den Weg. „Wenn sich einer morgens schon gleich zwei T-Shirts machen lässt, dann kann er sich halt über den Tag kein Eis mehr leisten“, meint Klaus Fischer, Vorsitzender des Vereins „Spielstadt Rainbow City“ und erklärt, dass der Umgang mit Geld, das Konsumverhalten und die Selbstständigkeit Kernpunkte des Ferienprojekts sind.

Wie auch jede reelle Stadt, braucht Rainbow City einen Bürgermeister, der in den nächsten Tagen nach einem richtigen Wahlkampf gewählt wird. So wird den Kindern auf spielerische Weise die Demokratie näher gebracht.

Der zehnjährige Nils ist schon zum zweiten Mal dabei und weiß schon ganz genau, wo er arbeiten möchte – nämlich in der Pizzeria. „Mein Bruder ist da der Leiter“, fügt er hinzu.

Inklusion spielt in der Spielstadt eine wichtige Rolle. Dieses Jahr sind 15 Kinder mit Behinderungen dabei. „Es gibt leider nicht mehr viele Ferienzeiten, an denen auch behinderte Kinder teilnehmen können“, so Fischer. „Bei uns gehören sie aber genauso dazu“, stellt der Vorsitzende und Betreuer klar.

Betreuerin ist auch Lena Schwichtenberg. „Ich war früher schon Bürgerin“, erzählt die 15-Jährige. „Hier als große Gemeinschaft zu arbeiten, macht jedes Jahr wahnsinnig viel Spaß.“ Der zehnjährige Max fügt hinzu: „Ich will später auf jeden Fall mal Betreuer werden.“      


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