Radfahrer entdeckt Nagelfalle bei Staufeneck

Erneut ist im Wald durch Zufall eine Nagelfalle entdeckt worden, dieses Mal in der Nähe von Staufeneck bei Salach. Offenbar sind Mountainbiker Ziel des Anschlags. Bei der Polizei wurde Anzeige erstattet.

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Dieser Nagel wurde unterhalb von Burg Staufeneck bei Salach in einer Wurzel entdeckt, nachdem Radfahrer eine Reifenpanne hatten.  Foto: 

Zuerst sah es nach einem ganz normalen platten Reifen aus, so wie es beim Radfahren immer wieder passiert. Doch einem aus der Gruppe der Mountainbiker, die unterhalb von Burg Staufeneck auf einem Schotterweg parallel zur Straße unterwegs waren, kam die Sache komisch vor - zumal die Radfahrer in jüngster Zeit in diesem Bereich bereits vier Plattfüße zu beklagen hatten. Während sein Kollege das platte Rad reparierte, suchte der 41-Jährige den Boden ab. An einem Baum wurde er fündig: Aus einer Wurzel ragte ein etwa zwei Zentimeter spitzer Nagel senkrecht nach oben. Bereits vor einigen Wochen waren ähnliche Nagelfallen bei Geislingen entdeckt worden.

"Vermutlich gelten diese Fallen den Mountainbikern", meint der Mann. Viel gefährlicher sei dieser Anschlag aber für Fußgänger oder Hunde. "Tatsächlich ist das auch eine beliebte Joggingstrecke", betont er. "Einen platten Reifen kann man schnell reparieren, ein Nagel im Fuß ist dagegen eine sehr ernste Angelegenheit, daraus kann auch eine Blutvergiftung resultieren." Der 41-Jährige glaubt auch nicht, dass nur der eine Nagel im Wald bei Salach lauert. "Weiter oben können durchaus noch mehr solcher Fallen herumstehen." Jedenfalls hat der Radfahrer Anzeige bei der Polizei erstattet.

Polizeisprecher Wolfgang Jürgens vom Ulmer Polizeipräsidium kann zwar momentan den Eingang der Anzeige nicht bestätigen, er erinnert aber an den Geislinger Fall. "Da haben wir auch ermittelt, allerdings bis jetzt ohne Ergebnis." Er weist darauf hin, dass es sich bei diesen Taten um kein Kavaliersdelikt handele: "Auch Kinder können sich verletzen oder Wildtiere." Deshalb unterstreicht Jürgens, "dass wir das mit aller Ernsthaftigkeit verfolgen".

Der Mountainbiker will sich den Spaß an seinem Hobby aber nicht vermiesen lassen und auch weiterhin mit seinen Freunden auf der Strecke bei Salach fahren: "Nein, ich lasse mich nicht abschrecken - wir müssen halt mit offenen Augen fahren."

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Kommentare

13.07.2014 17:05 Uhr

Unfassbar

Es ist unglaublich was einige Zeitgenossen sich hier raus nehmen! Und diese fühlen sich womöglich noch im Recht, solange der Fehler im Landeswaldgesetz nicht beseitigt wird.
Der Täter sollte mal überlegen, was passiert, wenn Kinder in einen Solche Falle Tappen. Kinderschuhe haben dünne Sohlen, ein 2 cm langer Nagel kommt oben wieder raus und hinterlässt lebenslange hässliche und schmerzhafte Narben!
Mountainbiker fahren im übrigen heutzutage meist Tubeless, dass heißt ohne Schlauch, dafür mit Latex Dichtmilch. Diese verschließt so ein Nagelloch meist in wenigen Sekunden und der Biker kann einfach weiter fahren, ohne dass er die hinterlistige Falle überhaupt bemerkt.
Legt diesen Verbrechern endlich das Handwerk, ändert endlich das Landeswaldgesetz und seid Tolerant und Rücksichtsvoll! Das bringt uns weiter, alles andere ist Armselig!!!

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