Quetzalcoatl lässt grüßen

Die Mythen und Geschichten seiner Heimat Mexiko spiegeln sich in der Kunst von Silvano Albarrán Arias wider. Die Galerie der Kunstgießerei Strassacker zeigt einen Ausschnitt seiner Arbeiten.

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Der aus Mexiko stammende Künstler Silvano Albarrán Arias arbeitet als Patineur und hat zusammen mit seiner Frau die "Plastische Patina-Malerei" entwickelt: Auf Bronzeplatten, die er nach allen Regeln der Kunst bearbeitet, bringt er Skulpturen an, die sich oft auf Albarrán Arias Herkunft beziehen.  Foto: 

Seit vielen Jahren arbeitet Silvano Albarrán Arias als Patineur bei der Kunstgießerei Strassacker in Süßen. Dabei beweist er nicht nur regelmäßig sein großes handwerkliches Geschick; in der Galerie der Kunstgießerei zeigt er zurzeit patinierte Bronzetafeln, die es hierzulande bislang so nicht zu sehen gab. Der aus Mexiko stammende Künstler hat gemeinsam mit seiner Frau Petra Moll die "Plastische Patina-Malerei" entwickelt, die erstmals am Ort ihres Entstehens zu sehen sind.

Auf großen Bronzetafeln, die er mit unterschiedlichen Chemikalien und Feuer behandelt und die dabei ein überraschendes Farbenspektrum entwickeln, das nahezu die gesamte Farbpalette umfasst, hat Albarrán Arias Skulpturen angebracht, die nicht selten im engen Zusammenhang mit seiner mexikanischen Heimat und deren Mythologie und Geschichte stehen. Quetzalcoatl, die gefiederte mexikanische Gottheit, habe zum Beispiel viele unterschiedliche Bedeutungen für die Azteken, erklärt Albarrán Arias, der stolz darauf ist, selbst aztekisches Blut in den Adern zu haben. Der Gott stehe für "das Gute". Da er allerdings weiß war und einen Bart trug, sahen die Azteken in ihm Hernán Cortés. Der Konquistador freilich brachte ihnen nichts Gutes, sondern die Zerstörung ihrer Kultur. Wenig blieb der Nachwelt erhalten - darunter die berühmten Pyramiden auf der Halbinsel Yucatan. Diese hat Albarrán Arias auf einer seiner patinierten Bronzetafeln in den Mittelpunkt gestellt.

In einem unglaublich kräftigen Blau tritt dem Betrachter die Jungfrau von Guadalupe, die Schutzpatronin Mexikos gegenüber. Die feinen Strukturen und die Farbigkeit lassen fast vergessen, dass es sich auch bei diesem Bild um eine Bronzeskulptur handelt. Ähnlich ergeht es einem bei den filigranen Schmetterlingen, die über einen belebten Bildhintergrund zu schweben scheinen und doch aus Bronze geschaffen sind. Für den Künstler, der in Mexiko Bibliothekarswesen und Kunst studiert hat, sind sie ein Symbol der Freiheit.

Die Farbe in Albarrán Arias Kunstwerken ist für ihn von zentraler Bedeutung, sie stehe für die Farbenpracht der Landschaften seiner Heimat. Typisch für Mexiko sind auch Vogelspinnen, die über den aufwendig patinierten Hintergrund zu huschen scheinen. Bis ins kleinste Detail filigran gestaltet belegen auch sie die große Kunstfertigkeit des ungewöhnlichen Künstlers.


Öffnungszeiten: Di. bis Fr. 10 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr, Sa. 9 bis 12 Uhr (bis Mitte September). Bis Ende September stellt Albarrán Arias außerdem im mexikanischen Generalkonsulat in Frankfurt mit einer Reihe weiterer bekannter mexikanischer Künstler aus und taucht dabei ein in die Welt der Mayas.

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