Prognos-Institut: Der Landkreis Göppingen holt auf

Tobias Koch vom Wirtschaftsinstitut Prognos sprach auf Einladung der Kreissparkasse vor Kommunalpolitikern und Vertretern der örtlichen Wirtschaft über die Zukunftschancen des Landkreises.

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Enorm aufgeholt gegenüber 2010 hat der Kreis Göppingen, berichtete Tobias Koch vom Prognos-Institut (rechts). Doch es gibt Luft nach oben.  Foto: 

Mit Spannung werden in ganz Deutschland die seit dem Jahr 2004 vom Wirtschaftsinstitut Prognos in Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt in dreijährigen Abständen veröffentlichten Zukunftsatlanten erwartet. Der Leiter des Stuttgarter Büros der Prognos AG, Regionalökonom Tobias Koch, stellte die Ergebnisse des "Zukunftsatlas 2013" im Uditorium in Uhingen vor, richtete den Fokus speziell auf den Kreis Göppingen und bewertete dessen Potenzial im Vergleich zu angrenzenden Kreisen. Dr. Hariolf Teufel, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Göppingen, plädierte dafür, die durchaus vorhandenen Stärken zu fördern, anstatt in kritischer Nabelschau zu verharren. Genau dafür ist der Prognos-Zukunftsatlas eine gute Grundlage. Er gibt Auskunft über die Zukunftschancen der 402 Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland.

Bayern und Baden-Württemberg lassen den Rest der Republik laut dieser Studie weit hinter sich. Der Süden Deutschlands hat, so der Zukunftsatlas, mit einem kräftigen Wachstumsimpuls die 2009er-Krise überwunden.

Besonders eindrucksvoll schnellte der Kreis Göppingen nach vorne. Er verbesserte sich im Vergleich zu 2010 um 105 Plätze nach vorne. 2013 rangierte der Landkreis auf Platz 137 von 402. Dass der Stauferkreis trotz dieser beeindruckenden Aufholjagd den letzten Platz sowohl in der Region als auch gegenüber angrenzenden Landkreisen belegt, liegt an der immensen Stärke des deutschen Südens (Landkreis und Stadtkreis München: Platz 1 und 2, Stuttgart: Platz 10). Sämtliche Gebiete mit guter und hervorragender Entwicklungsperspektive liegen mit wenigen Ausnahmen in Bayern und Baden-Württemberg.

Gute Beschäftigungsentwicklung

Für die positive Entwicklung Göppingens seien vor allem die gute Beschäftigungsentwicklung, die niedrige Arbeitslosenquote und der Anstieg der Beschäftigung im Bereich Forschung und Entwicklung verantwortlich. Auf der anderen Seite stehen eine rückläufige Bevölkerungsentwicklung, unbesetzte Ausbildungsstellen und ein Anstieg der Empfänger von Sozialleistungen. Während im Bereich Wettbewerb und Innovation der Landkreis auf Platz 103 rangiert, ist es bei der Demografie nur Platz 231.

Koch rät dem Kreis nach Auswertung der Ergebnisse zu einer Bündelung der Kräfte und plädiert für eine Intensivierung interkommunaler Zusammenarbeit, eine Anpassung der kommunalen und öffentlichen Daseinsvorsorge an den demografischen Wandel sowie eine langfristige Fachkräftesicherung. Dabei spielten die beiden Hochschulen im Kreis eine wichtige Rolle: "Sie sind ein strategischer Vorteil", so Koch. Landrat Edgar Wolff, der zwölf Schlüsselthemen des Kreises, wie Imagewerbung und Mobilität unter der Überschrift "Landkreis Göppingen - überraschend besser?" vorstellte, sieht die Ergebnisse des Zukunftsatlas als "Bestätigung und Rückenwind" für den eingeschlagenen Weg.

In der anschließenden Diskussion sprach sich der Geschäftsführer des baden-württembergischen Verbands der Maschinen- und Anlagenbauer, Dr. Dietrich Birk, für eine Stärkung des Hochschulstandortes und eine Intensivierung des Wissenstransfers zwischen Wirtschaft und Hochschulen aus. Dazu sei eine bessere Vernetzung durch Transferstellen notwendig, betonte Tobias Koch, da gerade Mittelständler oft nicht die entscheidenden Kontakte und passenden Partner in der Wissenschaft hätten: "Hier haben wir aber einen großen Hebel."

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