Personal: Alb-Fils-Kliniken bündeln Stationen

Die Alb-Fils-Kliniken haben die Führungsstruktur der Pflege verändert. Ein Bereich fasst nun zwei Stationen zusammen. Personal wird nicht abgebaut.

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Neue Teams kümmern sich um die Patienten in den Alb-Fils-Kliniken im Landkreis. Jeweils zwei Stationen zusammen sind seit Anfang Juni ein Bereich.  Foto: 

Seit 1. Juni haben die Alb-Fils-Kliniken mit ihren Standorten in Göppingen und Geislingen eine neue Führungsstruktur im Pflegebereich. Für den Veränderungsprozess hatten sich die Verantwortlichen neun Monate Zeit gelassen.

Stationsleitungen wurden dabei durch Bereichsleitungen ersetzt, die jeweils zwei Stationen umfassen. Eine Personaleinsparung sei mit der Vergrößerung der Verantwortungsbereiche jedoch bewusst nicht verbunden worden, betont der medizinische Geschäftsführer Dr. Ingo Hüttner.

Vielmehr gehe es darum, eine Konzentration auf die Pflege durch Entlastung von organisatorischen Aufgaben und Budget­umschichtungen zu erreichen. Leitungen sollen zukünftig bei Engpässen nicht mehr auf der Station einspringen müssen, aber dennoch nah an der Praxis, „mit der Hand am Puls und den Augen am Patienten“ die Mitarbeiter führen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sei, dass nach den Veränderungen einheitliche Gehaltsstrukturen nach der Entgeltordnung des TvöD-K bestünden, sagt Personalleiterin Martina Heusel. Vergleichbares werde nun auch so honoriert.

Die Entscheidung über die neuen Bereichsleiter fiel in einem Auswahlverfahren, das sich der Ausschreibung mit detaillierter Stellenbeschreibung anschloss. Pflegedirektorin Margit Hudelmaier zeigt sich noch heute begeistert über die Kreativität, Kompetenz und das Wissen, das ihre Mitarbeiter in den dabei geführten Gesprächen unter Beweis gestellt hätten.

Absagen seien sensibel und nachvollziehbar vermittelt worden, berichtet Personalleiterin Martina Heusel. So sei es gelungen, neue Teams und eine große Verbundenheit zu schaffen. Klagen hatte es weder seitens abgelehnter Mitarbeiter noch des Betriebsrates gegeben. Lediglich eine Mitarbeiterin habe das Haus verlassen.

Eine Rolle gespielt hat der Bestandsschutz des Gehalts ohne Kürzung auch für diejenigen Mitarbeiter, die ehemals Stationen geleitet hatten, nun aber keine Bereichsleitung übernommen haben. Tarifrechtlich wären Gehaltskürzungen möglich gewesen. „Genau das wollten wir aber nicht“, sagt Dr. Ingo Hüttner. Im Gegenteil, man wolle für neue Mitarbeiter noch attraktiver werden. So erhofft er sich von dem erfolgreich absolvierten Veränderungsprozess auch eine „Leuchtturm- und Magnetfunktion“ für die Alb-Fils-Kliniken.

Als weiteren wichtigen Beitrag bei der Umsetzung der Reform nennt Personalleiterin Martina Heusel die reibungslose Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat.Pflegedirektorin Margit Hudelmaier sieht in den Pflegekräften die Konstante auf den Stationen. Sie seien sowohl Wissensträger als auch Motor in der Klinik.

Resonanz Das sagen zwei Mitarbeiterinnen dazu: Dorothee Ballreich, Bereichsleiterin der Geburtshilfe und Gynäkologie, bewertet das Auswahlverfahren als „sehr professionell“. Positiv fand Ballreich, dass es in den Interviews um die Person und deren Teamfähigkeit gegangen war. „Es war ein gutes Jahr“, sagt sie und berichtet, dass man sich innerhalb des Prozesses „nochmals bewusst füreinander entschieden“ habe und nicht in eine leitende Funktion gekommen sei, „weil es immer schon so war“.

Klare Strukturen Als große Herausforderung nahm Daniela Rieker den auch für sie neuartigen Prozess wahr.
Sie ist seit 1. Juni Bereichsleiterin der Nephrologie und begrüßt es sehr, dass mit der Reform ganz klare Strukturen geschaffen worden seien und, dass dies nicht zu Personaleinsparungen geführt habe.

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