Eislinger fahren 3000 Kilometer mit dem Fahrrad

Am Samstag starten die beiden Eislinger Ian Maurath und Lena Friedrich auf eine Radtour der besonderen Art – zu Gunsten von „Ärzte ohne Grenzen“.

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Wollen 3000 Kilometer auf der Seidenstraße mit dem Rad stemmen: Lena Friedrich und Ian Maurath.  Foto: 

Die etwa 3000 Kilometer lange Route führt die beiden Eislinger  durch Usbekistan, Kirgistan und Tajikistan. Das Projekt ist als Spendenaktion konzipiert, der Erlös geht an „Ärzte ohne Grenzen“.

Für ihre Radtour durch Zentralasien haben sich die beiden erfahrenen Radfahrer viel vorgenommen. Nach ihrer Anreise mit dem Flugzeug werden sie acht Wochen unterwegs sein. Währenddessen stehen unzählige Höhenmeter auf dem Programm. Ihr Rundweg führt sie von Taschkent, der Hauptstadt von Usbekistan, durch das Hochgebirge Pamir bis auf 4655 Meter.

Auf den teils sehr maroden Straßen und Schotterpisten ist jeder von ihnen mit 35 bis 42 Kilogramm schwerem Gepäck ausgestattet. Das sei allerdings auch notwendig, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, erklärt Friedrich: „Wir sind in einer Gegend unterwegs, in der die Temperaturen nachts oftmals am Gefrierpunkt sind und nur etwa alle 300 Kilometer eine Fahrradwerkstatt zu finden ist.“

Neben Werkzeug, Reparaturmaterialien, wetterfester Kleidung und einer guten Ausrüstung für die Übernachtungen, werden die beiden auch Wasser und ein paar Nahrungsmittel mit sich führen. Den Großteil ihres Kalorienbedarfs werden sie jedoch durch den Einkauf auf Märkten und den Handel mit Einheimischen bestreiten. Gerade im Gebirge gebe es wenig Anbaumöglichkeiten. Das Angebot an Nahrungsmitteln sei daher begrenzt, erklärt Maurath. Die hauptsächliche Ernährung bestehe aus Brot und Fleisch, relativ wenig Obst und wenig Gemüse. Die umherziehenden Nomadenstämme hätten allerdings oftmals Yak-Herden. Auf die einheimischen Besonderheiten wie Tee mit Yak-Butter oder Yak-Yoghurt freuen sich Ian Maurath und Lena Friedrich daher besonders.

Ohnehin sei es ihnen wichtig, Kontakt zur fremden Kultur aufzunehmen: „Wir freuen uns auf spannende Begegnungen mit den dort lebenden Menschen und der unberührten Landschaft“, sagt Friedrich. Die Entscheidung, in einen hierzulande relativ unbekannten Teil der Welt zu reisen, fiel daher ganz bewusst. „Die Einheimischen sind in solchen Gegenden offener, weil man sich auf Augenhöhe begegnet und die Menschen erkennen, welche Notwendigkeiten sich durch unsere Reise ergeben“, ergänzt Maurath. Die beiden haben vor, etwa die Hälfte der Nächte bei Einheimischen zu verbringen. Als Alternative bleibt ihnen ihr Zelt, in ein Hotel wollen sie hingegen nicht.

Seit die Idee für die Reise vor einem Jahr aufgekommen ist, laufen auch die Planungen. Dabei sei es nicht nur wichtig gewesen, organisatorische Fragen zu klären, sondern auch politische Problemfelder in den Entscheidungsprozess einzubinden. So musste der ursprüngliche Plan, die Reise vom Iran aus zu beginnen, verworfen werden. Der Grund: Ian Maurath ist gebürtiger US-Amerikaner und bekommt deswegen derzeit keine Einreiseerlaubnis. Die Route kann sich auch während der Reise noch kurzfristig ändern. Das Wakhan-Tal wäre zwar ein Höhepunkt der Reise, liegt aber sehr nah an der afghanischen Grenze. Ob die beiden Radfahrer stattdessen doch weiter auf dem Pamir-Highway bleiben, wird sich spontan nach dem jeweiligen Stand der Sicherheitslage in dieser Region entscheiden.

Die zweite große Tour

Es ist nicht die erste Radtour dieser Art, die Ian Maurath und seine Freundin Lena Friedrich gemeinsam unternehmen. Schon bei ihrer ersten Spendenfahrt, von Nottingham nach Valencia vor fünf Jahren, kamen mehr als 1000 Euro zusammen. Als Spendenempfänger haben sich die beiden Sportwissenschaftler ganz gezielt das Projekt „Ärzte ohne Grenzen“ ausgesucht: „Es passt zu der Idee hinter der Tour, weil es eben auch viele Gegenden gibt, in denen es die Menschen nicht so gut haben“, sagt Maurath.

Weil beide im Gesundheitsbereich tätig sind, sei es ihnen wichtig, dass Menschen auch anderswo Zugang zu medizinischer Versorgung bekommen. Die Spenden werden über persönlichen Kontakt, soziale Medien und eine Crowdfunding-Plattform generiert. Während der Reise wird Lena Friedrich auch einen Reiseblog führen, um andere an ihren Erlebnissen teilhaben zu lassen.

Info Hier findet man das Projekt im Internet: Facebook: Cyclecause; Instagram: 1Cyclecause; Crowdfunding: gofundme.com/cyclecause und Blog: Cyclecause.jimdo.com

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