Palliativmedizin: Über das Ende nachdenken

In Würde sterben zu können, setzt voraus, sich mit dem Tod zu beschäftigen. Das war der Tenor beim Gesprächsforum zu Palliativmedizin.

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Es wird jeden von uns einmal treffen und die meisten Menschen wünschen sich, zu Hause und ohne Schmerzen sterben zu können“, sagte Maria Wiedebach von der CDU-Frauenunion, die zusammen mit Christine Fuchs von den Christdemokraten für das Leben zum „Gesprächsforum Palliativmedizin“ in den Hörsaal der Klinik am Eichert eingeladen hatte. Deswegen sei es so wichtig, „schon das Ende zu denken“, bevor man in einer Ausnahmesituation stecke, sagte sie vor etwa 50 Zuhörern.

Wie Sterbenden helfen?

Auf dem Podium diskutierten unter der Moderation der Freien Journalistin Susanne Wetterich aus Stuttgart Professor Dr. Andreas Schuler, Ärztlicher Direktor der Geislinger Helfensteinklinik, Marta Alfia, Leiterin des Hospizes in Faurndau, Margret Ehni, evangelische Seelsorgerin in der Helfensteinklinik, und Rechtsanwalt Herbert Wild. Die Hauptfrage war, wie man einem Sterbenden und dessen Angehörigen durch Begleitung, Medizin und Hospiz helfen könne.

Der Stand der Palliativversorgung, die im Landkreis seit 2003 aufgebaut wurde und für die es seit 2007 eine Station in Geislingen gibt, wurde ebenso diskutiert wie Fragen zur Finanzierung der Versorgung, zur seelischen Betreuung oder zur rechtlichen Situation bei einer Patientenverfügung und einer Generalvollmacht. Alfia sagte, es gebe ein ­gutes Netzwerk im Landkreis und das Hospiz habe acht Plätze zur Verfügung für Menschen, „bei ­denen es zuhause nicht mehr geht“. Sie wünschte sich ebenso wie Schuler eine bessere Ver­sorgung in den Pflegeheimen. Er bemängelte zu viel Bürokratie und setzte sich „für mehr ­Würde“ ein.

Die evangelische Seelsorgerin Ehni sagte, das Netzwerk im ambulanten Bereich sei noch ausbaufähig. Sie berichtete von Erfahrungen mit Angehörigen und Sterbenden, die sie in Extremsituationen in ganz unterschiedlicher Weise erlebe. „Es gibt viele Ambivalenzen von Gefühlen.“

Wild empfahl aus juristischer Sicht eine Patientenverfügung und eine Generalvollmacht, auch wenn damit nicht alle Eventualitäten erfasst würden. Es sei wichtig, viel Persönliches hinein­zuschreiben, damit Ärzte nicht allein aufs Interpretieren ange­wiesen seien. Zu diesem Punkt gab es die meisten Fragen der Zuhörer.

Palliativ geht auf das lateinische Wort „palliare“ zurück und heißt „mit einem Mantel umhüllen“. Care ist das englische Wort für „Fürsorge“.

Palliativmedizin als Teilgebiet der Medizin ist als Grundversorgung inzwischen auch sektorenübergreifend und im Gesetz festgeschrieben. Sie kümmert sich um die medizinische Versorgung schwerkranker Menschen mit einer schweren fortschreitenden oder fortgeschrittenen Erkrankung ohne Aussicht auf Heilung.

Ziel ist, schwere Symptome wie Schmerzen, Atemnot, Angst, Unruhe, Übelkeit und schweres psychisches Leid des Patienten zu lindern und ihm ein erträgliches Leben zu ermöglichen. Es geht nicht um eine Verkürzung der Lebenszeit, aber auch nicht um eine Verlängerung mit unnötigen medizinischen Therapien, die den Patienten belasten. Das Selbstbestimmungsrecht des Patienten wird geachtet, der Behandlungen ablehnen kann.

Erkrankungen Eine Versorgung steht nicht nur Menschen mit Krebs zu, sondern allen Patienten mit einer schweren fortgeschrittenen Erkrankung mit schweren Symptomen.

Palliativ Care ist eine Haltung und betont eher das Gesamtkonzept einer ganzheitlichen Behandlung und die interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen und Fachärzte zur Beratung, Begleitung und Versorgung von Schwerkranken.

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