OP-Methoden im Schulungs-Truck geübt

Ein mit modernster Operationsausrüstung ausgestatteter Lkw machte diese Woche zu Fortbildungszwecken bei der Klinik auf dem Göppinger Eichert Station.

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Rund 60 Ärzte und Schüler des Orthopädisch-Unfallchirurgischen Zentrums (OUZ) der Alb-Fils-Kliniken bildeten sich im OP-Truck fort und übten an acht Tischen.  Foto: 

Rund 60 Ärzte und Schüler des Orthopädisch-Unfallchirurgischen Zentrums (OUZ) der Alb-Fils-Kliniken bildeten sich in dem Lastzug an acht „OP-Tischen“ einen Tag lang fort. In Kleingruppen konnte dabei auch die Zusammenarbeit im Team eingeübt werden.

Arzt auf Fortbildung: Das heißt meist zusätzliche Strapazen für den Arzt und Wartezeit für den Patienten. Kommen Weiterbildungsmöglichkeiten vor die Haustür, sind die Vorteile für alle Seiten erheblich, berichtet die Klinikverwaltung in einer Pressemitteilung. Ärzte sparten sich lange Anreisen und Übernachtungen. Zudem könnten statt nur weniger gleich viele Kollegen teilnehmen sowie auf den neuesten Stand gebracht werden und es könne damit auch an der Teamarbeit gefeilt werden. Der 15 Meter lange und auf eine Breite von rund sieben Metern ausfahrbare Lastzug der Medizintechnikfirma Stryker biete genau dies, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

An acht Tischen arbeiteten Ärzte aber auch Schüler des OUZ, die derzeit eine Ausbildung zur Operationstechnischen Assistenz machen, im Lkw vor Ort in Göppingen mit modernsten Geräten und Materialien an Operationsmethoden.

Die Initiative zur Buchung des begehrten „OP-Trucks“ hatte Professor René Schmidt, geschäftsführender Chefarzt des OUZ, vor über einem Jahr ergriffen. Man müsse langfristig planen, bestätigt Oliver Bansemer von Stryker. „Gestern München, morgen Mannheim, nächste Woche Italien“, lies Bansemer am Rande der Göppinger Station in seinen europaweiten Tourneeplan blicken, auf dem auch noch Frankreich und Spanien stehen. Oberarzt Dr. Kai Täubel zeigte sich sehr angetan, dass der OP-Truck dabei auch einen Halt in Göppingen vorgesehen hatte: „Man kann einfach rüberlaufen und mit Systemen arbeiten, die wir exakt genauso im Hause haben“. Er nutzte die Chance, komplexe und besonders komplizierte Fallmöglichkeiten durchzuspielen, mit Kollegen zu diskutieren und Lösungen ohne Gefahr für einen Patienten zu testen. „Man kann alles in die Hand nehmen und mit Kunstknochen ausprobieren“, so Bansemer.

„Gewisse OP-Methoden stellen auch für erfahrene Chirurgen eine Herausforderung dar und müssen daher regelmäßig trainiert werden“, erklärt Professor Schmidt. „Außerdem gibt es in der Orthopädie und Unfallchirurgie bei den Materialien und OP-Techniken immer wieder neue Forschungsergebnisse, über die sich Ärzte und Pflegepersonal auf dem Laufenden halten müssen“, so Schmidt weiter. Die Optimierung der Operationsabläufe komme dem Patienten zugute, etwa mit kürzeren, schonenderen Narkosen, erklärt Chefarztsekretärin Annette Milwich.

Auch Zaungäste wie Rentner Hans Schulz aus Uhingen zeigten sich fasziniert von dem Truck. Der frühere Zahntechniker hatte sich aus Interesse am technischen Fortschritt auf den Weg zum Eichert gemacht und den Ärzten über die Schulter geschaut. „Ich war gleich begeistert, als ich davon gelesen habe und sofort beschlossen, herzukommen“, berichtete Schulz über einmalige Anschauungsbeispiele, die so in einem sterilen OP-Saal natürlich niemals möglich wären.


Im OUZ der Alb-Fils-Kliniken (AFK) werden nach eigenen Angaben rund 30 000 Notfälle ambulant versorgt. Hinzu kommen weitere 5000 geplante ambulante Behandlungen. Mehr als 5000 Patienten werden darüber hinaus von einem Team aus 32 Ärzten und 70 Pflegemitarbeitern stationär behandelt.

Traumazentrum Als durch die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie zertifiziertes, regionales Traumazentrum, leistet das OUZ an beiden Klinikstandorten der AFK zudem 24 Stunden am Tag die unfallchirurgische Versorgung von Schwerstverletzten für den gesamten Landkreis Göppingen und darüber hinaus.

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