Obsternte fällt sehr unterschiedlich aus

In der Region kommt es mancherorts zu mickrigen Erträgen bei der Apfelernte. Die Alb ist dank ihres rauen Klimas der Nutznießer – aber auch nicht überall.

|
Taffet-Äpfel am Baum: Die spätblühende Sorte blieb vom späten Frost im April verschont.  Foto: 

Die Keltereien in der Region sitzen in diesem Jahr förmlich auf dem Trockenen: Der späte Frost im April hatte die Apfelbäume in voller Blüte erwischt, die Äste sind deshalb leer anstatt mit Früchten behangen. Allerdings ist die Lage nicht überall gleich prekär im Streuobstparadies.

Bedingt durch den zur Blütezeit einsetzenden Frost, hat es den Baumbestand in den Tallagen voll erwischt. „Der Schaden ist hoch“, bestätigt Gerhard Dangelmaier, durch den Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft (LOGL) geprüfter Obst- und Gartenfachwart. Bis zu 90 Prozent beträgt der Ernteverlust im Vergleich zu einer jährlichen Durchschnittsernte. Einigermaßen verschont blieben aber die Spätblüher. Der erfahrene Obstanbauer und Mitglied des Obst- und Gartenbauvereins Hausen geht davon aus, dass beispielsweise bei den Apfelbäumen nur diese Sorten eine Chance hatten. Darunter sind die Gingener Luiken, die laut Dangelmaier noch einigermaßen getragen haben. Die Luiken-Bäume hatten erst nach dem Frost ihre zartrosa Blütenpracht entfaltet, um von Bienen und sonstigen Insekten bestäubt zu werden.

Ein weiterer dieser Spätblüher ist der Taffet-Apfel. Durch seine späte Reife kann dieser, im Geschmack etwas säuerliche Apfel, Ende September bis Anfang Oktober geerntet werden. Der Taffet gilt allerdings eher als reiner Liebhaberapfel.

Anders zeigt sich dagegen die Ertragssituation auf der Alb, wie Sigrid Erhardt aus Aufhausen berichtet. Im Gebiet der Vizepräsidentin des LOGL, die sich um den Erhalt und die Pflege der heimischen Streuobstwiesen kümmert, wurde ein Nachteil zum Vorteil: Bedingt durch das rauere Klima und die um zwei Wochen spätere Blüte habe man „bei der Obst­ernte keine nennenswerten Verluste“ hinnehmen müssen, erläutert die Expertin.

In anderen Alb-Regionen wie zum Beispiel in Türkheim sieht es aber wieder anders aus. So sprach der Vorsitzende des Türkheimer Obst- und Gartenbauvereins, Hans Bühler, zur Erntezeit von einem „Totalausfall“ bei einigen Apfelsorten (wir berichteten).

Erhardt bedauert jedoch, dass in diesem Jahr auffällig wenige Insekten zum Bestäuben in den Streuobstwiesen unterwegs gewesen seien. Sie führt dies auf ein geringeres Nahrungsangebot zurück. Für das kommende Jahr ist die Obstbau-Expertin mit Blick auf die  Ertragsaussichten zuversichtlich – sofern, wie sie betont, die Pflege der Bäume nicht vernachlässigt werde. 

Herkunft Die Apfelsorte wurde in Hohenheim bei Stuttgart als Zufallssäumling entdeckt und 1860 als „Ebners Taffetapfel“ erstmals beschrieben. Die spätblühenden Bäume gelten als äußerst widerstandsfähig und langlebig und sind damit ideal für Hochlagen und spätfrostgefährdete Standorte.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Achtung Park-Falle

Falsches Parken kann teuer werden. Ein Parkschild richtig zu deuten, spart daher Geld. Ein Beispiel für eine Park-Falle aus Göppingen. weiter lesen