Nun sind die Jungen am Zug

Der Generationswechsel im Böhmenkircher Gemeinderat ist vollzogen: Am Mittwoch wurden die alten Mitglieder verabschiedet und das neue, nun um einiges jüngere Gremium im Amt verpflichtet.

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Da schon vor der Kommunalwahl neun der insgesamt 20 Gemeinderäte erklärt hatten, dass sie nicht wieder kandidieren würden, war der Umbruch im Böhmenkircher Gemeinderat vorprogrammiert. Mit der Verabschiedung der alten Mitglieder (siehe Bericht nebenan) und der Verpflichtung ist der Wechsel seit Mittwoch auch offiziell: Und der bringt nicht nur elf neue, sondern auch jüngere Gesichter ins Gremium. Hatte der "alte" Rat noch ein Durchschnittsalter von 54,8 Jahren, sind es nun 46,9 Jahre. "Und er ist weiblicher geworden", freute sich Bürgermeister Matthias Nägele über von drei auf sechs Gemeinderätinnen gestiegene "Frauenquote" in der Runde.

Böhmenkirch sei eine "lebendige Gemeinde mit einer guten Infrastruktur", betonte der Bürgermeister. Dieses gute Niveau gelte es zu halten und möglichst noch auszubauen", gab der Schultes die Richtung für die nächsten fünf Jahre vor. Und Aufgaben gibt es genügend. Zu den wichtigsten Herausforderungen zählte Nägele den demografischen Wandel, Bildung und Betreuung sowie weiteres Bauland. Da Kommunalpolitik in Böhmenkirch "an der Sache und nicht an der Partei orientiert" sei, freute sich der Schultes am Mittwoch "auf die vertrauensvolle Zusammenarbeit, um Böhmenkirch weiter zu gestalten."

Nachdem der Amtseid im Chor geleistet und jedes Mitglied per Handschlag vom Bürgermeister verpflichtet worden war, gehörte zu den ersten Amtshandlungen des neuen Gremiums die Wahl der Stellvertreter des Bürgermeisters. Die war mit Spannung erwartet worden - schließlich ist es üblich, dass der jeweilige "Stimmenkönig" der Gemeinderatswahl auch erster Stellvertreter wird. Das hätte somit eigentlich Philipp Elwert sein müssen: Der 33-jährige "Newcomer" hatte am 25. Mai auf Anhieb 3562 Stimmen bekommen und mit diesem sensationellen Ergebnis sogar 286 Stimmen mehr geholt als der bisherige erste Stellvertreter Johannes Bartenbach, der heuer nicht mehr zur Wahl angetreten war. Aber offenbar erschien dem jungen Apotheker am Ort aufgrund seiner mangelnden kommunalpolitischen Erfahrung die Bürde dann doch zu groß. Als der Bürgermeister bei der Wahl des ersten Stellvertreters um Vorschläge aus dem Gremium bat, schnellte Elwerts Hand regelrecht in die Höhe. "Ich schlage Michael Lang vor!", gab Elwert die Richtung vor. Lang wurde darauf mit 19 Stimmen und zwei Enthaltungen ebenso klar bestätigt wie Elwert, der (wiederum auf Vorschlag von Michael Lang) ebenfalls mit 19 Stimmen und zwei Enthaltungen zum zweiten Stellvertreter gewählt wurde. Beim dritten Stellvertreter einigte man sich mit 18 Stimmen und drei Enthaltungen auf Eva Eberlein aus Treffelhausen, damit auch die Teilorte zum Zug kamen.

Nachdem diese Personalien geklärt waren, mussten noch die Ortsvorsteher bestellt werden. Hier bleibt alles beim Alten: Nachdem sowohl Erwin Lang in Treffelhausen, Günter Pallaoro in Steinenkirch sowie Johannes Kaiser in Schnittlingen in den Ortschaftsräten einstimmig das Vertrauen ausgesprochen worden war, bleiben sie auch die nächsten fünf Jahre Ortsvorsteher.

Beinahe "revolutionär" ging es dafür bei der anstehenden Besetzung der Ausschüsse zu. Eigentlich hätten am Mittwoch neun Ausschüsse und Beiräte mit Vertretern und jeweiligen Stellvertretern besetzt werden sollen. Doch der sich abzeichnende "Wahlmarathon" blieb aus. Stattdessen mistete das neue Gremium erst mal gründlich aus und strich mit Bauausschuss, Verwaltungsausschuss, Umweltausschuss, "Landessanierungsprogramm BA II" und "Familienfreundliche Gemeinde" gleich fünf Ausschüsse. Die Begründung war einfach: Wenn Ausschüsse nie tagen, werden sie auch nicht benötigt. So hatte bereits die Freie Wählergemeinschaft in einem Antrag zur Sitzung argumentiert und darauf verwiesen, dass alle Themen eh im Gesamtgremium beraten würden. Als der Bürgermeister daran erinnerte, dass der Bauausschuss 2007 und der Verwaltungsausschuss gar 1998 zuletzt getagt hatten, folgte das Gremium dem Vorschlag der FWG einstimmig und ohne Diskussion.

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