Noch kein Nachfolger für Supermarkt

Die Suche nach einem Nachfolger für den Supermarkt Kuhn in Bad Boll war bisher erfolglos. Der Vermieter hat die Option auf ein Bäckerei-Café. Aber noch gibt die Gemeinde die Hoffnung nicht auf.

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Was kommt nach dem Auszug des Nahkauf-Lebensmittelmarkts in der Bad Boller Ortsmitte? Noch gibt es Hoffnung, einen Nachfolger zu finden.  Foto: 

Der Zeitdruck wächst. Der Nahkauf Kuhn hat seine Schließung um einen Monat vorverlegt, letzter Verkaufstag soll nun der 30. Mai sein. Außerdem gelten ab nächster Woche verkürzte Öffnungszeiten: von Montag bis Donnerstag sowie am Samstag von 7.30 bis 14 Uhr, am Freitag von 7.30 bis 19 Uhr.

Mit einem Dutzend potenzieller Kandidaten habe man gesprochen, berichtet Bürgermeister Hans-Rudi Bührle. Das sei aus den unterschiedlichsten Gründen gescheitert. Zuletzt sei auch jener ernsthafte Interessent abgesprungen, der zwei Monate lang überlegt habe. Aber: "Wir geben die Hoffnung nicht auf, wir sind noch guter Dinge."

Mittlerweile hätte Hans Henninger, der Eigentümer des Ladens, einen ernsthaften Interessenten für die Hälfte der Fläche: der Bäcker im Laden wolle auch ein Café betreiben. Henninger zeigt sich "gar nicht abgeneigt" und würde dann nach einem Mieter für die andere Hälfte suchen. Vielleicht eine Drogerie, die seit dem Ende der Schlecker-Filiale am Ort fehlt. Für einen Lebensmittelladen wäre es dann zu klein.

Die Hoffnung, noch einen Lebensmittelhändler zu finden, hat Henninger eigentlich nicht mehr. "Der Zug ist abgefahren." Aber er wartet noch zu. Die Gemeinde will die Öffentlichkeit einschalten: dass aus der Bürgerschaft Hinweise auf Interessenten kommen. Oder sonst Ideen, "wie wir die Lebensmittelversorgung im Ortszentrum für die Zukunft sichern können". Der Aufruf erscheint im Mitteilungsblatt.

Auch die stellvertretenden Bürgermeister von Bad Boll bitten Henninger, nicht vorschnell aufzugeben. Der Nahkauf Kuhn gehe ja im Grunde nicht wegen wirtschaftlicher Verschlechterung, sondern wegen fälligem Investitionsbedarf und weil er sich auf seinen Stammsitz Denkendorf konzentrieren wolle. So habe er es im Gemeinderat dargestellt, sagt Dorothee Kraus-Prause. Sie hört auch, dass in Frankreich Supermarktketten wieder in die Dörfer zurückkehrten. Diesen Trend bestätigt Karin Stolz vom Gewerbe- und Handelsverein. Ihr Credo: "Es gilt, den richtigen Pächter noch zu finden." Andernfalls drohe ein Dominoeffekt in der Ortsmitte.

Ein Café statt Lebensmittelladen - "das läuft dem Gemeinwohl zuwider", urteilt Dr. Henning Schindewolf. Es gebe im Ort sieben Stellen, wo man Kaffee trinken könne. Rainer Staib verweist auf das Lädle in Eckwälden, das sich mit seinem Bio-Profil behaupte. Auch in Bad Boll gehe es um eine Art Nische. Vielleicht findet sich ja noch eine Kette, die sich mit Nischen auskennt - mit einer sei das noch nicht abschließend geklärt, sagt Bührle. Henninger: "Dafür braucht man aber auch einen Betreiber."

Die Parkplatzsituation sei für alle Interessenten unbefriedigend gewesen, berichtet Henninger. Der Schultes glaubt, dass man durch Umorganisation einen gewissen Zuwachs schaffen kann - "aber nicht auf einen Schlag zehn Parkplätze".

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