Probleme beim Unterricht von Flüchtlingskindern

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Viele Menschen sind im vergangenen Jahr nach Europa geflohen, um hier in Sicherheit zu leben. Viele der geflohenen Kinder können kein Deutsch, daher sind Schulen und andere Einrichtungen gefragt, durch Sprachunterricht die Integration zu fördern. „Die Flüchtlingskinder sollen mit den deutschen Kindern zusammengeführt werden“, wünscht sich Ulrike Haas, Leiterin des Referats Kinder und Jugend bei der Stadt Göppingen. Der gemeinsame Unterricht solle nicht nur Ausgrenzung vorbeugen, sondern auch dazu dienen, dass sich ausländische Kinder an ihr neues Umfeld gewöhnen.

Was in diesem Zusammenhang Probleme bereitet, sind nicht nur die Sprachbarriere der Kinder, sondern auch die der Eltern. Deshalb werden für Gespräche mit Vätern und Müttern Dolmetscher gebraucht, sagt Claudia Kirch, Lehrerin an der Walther-Hensel-Schule. Doch die müssen bezahlt werden, und dafür fehlt oft das Geld.

Viele der Vorbereitungsklassen für die Kinder von Flüchtlingen sind aus der Not geboren, denn die Schulen waren nicht auf die zusätzlichen Schüler vorbereitet, fehlende Lehrkräfte sind aber nichts Neues. Die Klassen, sind speziell für zugezogene ausländische Kinder gedacht. Derzeit gibt es laut dem Landratsamt 19 dieser Klassen im Kreis, in denen sich 348 Schüler befinden.

„Ich habe in erster Linie den Auftrag, den Kindern Deutsch beizubringen“, sagt Claudia Kirch. Sie betreut eine Klasse mit 20 Kindern, die größtenteils aus dem Kriegsgebiet Syrien, aber auch aus Europa stammen. Nicht alle Kinder sind gleich motiviert: „Es gibt welche, die schwer einsteigen und Probleme damit haben, ihren Hauptschulabschluss zu machen.“ Die von Claudia Kirch betreute Klasse gibt es erst seit diesem Jahr. Die Lehrerin arbeitet mit Ehrenamtlichen zusammen. Sie fügt an: „Das ist ein ganz neues Feld für uns.“

Die ehrenamtlichen Helfer leisten oft unverzichtbare Hilfe bei der Betreuung der Flüchtlinge. Die Krux ist die Sprachbetreuung. Der 62-jährige Heinz Nerlinger war vergangenes Jahr an der Bodenfeld-Schule tätig und hat als Ehrenamtlicher vier Schüler unterrichtet. Besonders Grundschulen fehlt häufig Geld für mehr hauptberufliches Personal, daher hat sich eine Lehrerin im Alleingang um die Flüchtlingskinder gekümmert. „Die Integration der Kinder in die Klassenstufen vollzieht sich über deren Wissensstand“, sagt Nerlinger. Das hänge davon ab, wie gut die Eltern Deutsch oder Englisch können.

Die Kultur des Herkunftslandes beeinflusse die Integration ebenfalls: „Bei einem Jungen aus Afghanistan war es so, dass er es kannte, dass man in den Schulen auf dem Boden oder auf den Tischen saß, sie kennen unsere Art des Unterrichts nicht.“ Jedoch gebe es auch auf Verwaltungsebene noch Probleme: „Viele Helfer, die frisch anfangen, wissen nicht, wohin sie sich wenden sollen, es fehlen Ansprechpartner. Aber auch das Lehren einer Zweitsprache ist nicht leicht. Ein bisschen mehr Unterstützung von der Stadt oder dem Schulamt wär eine Hilfe“, findet Heinz ­Nerlinger.

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