Neuer Bagger, neuer Versuch: Brandschutt-Lagerplatz wird endlich geräumt

In Unterböhringen hat eine Spezialfirma begonnen, den Brandschutt eines Hauses wegzuräumen. In einer Woche will sie damit fertig sein.

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Anfang kommender Woche soll aller Bauschutt vom Platz am Ortsrand Unterböhringens verschwunden sein.  Foto: 

Am Montag oder Dienstag kommender Woche will ein Entsorgungs- und Recyclingunternehmen das Grundstück am Rand des Überkinger Teilorts Unterböhringen freigeräumt haben, auf dem die Gemeinde seit Januar die Überreste eines abgebrannten Wohnhauses gelagert hat. Das teilte Bürgermeister Matthias Heim unserer Zeitung nach einem Ortstermin mit den Unterböhringer Gemeinderäten und einem Vertreter der Firma mit. Die Arbeiten hätten ursprünglich bereits am Montagmorgen beginnen sollen. Als die Spezialfirma anrückte, musste sie allerdings erkennen, dass ein Unbekannter übers Wochenende zwei Hydraulikschläuche des Baggers durchtrennt und damit die ganze Maschine lahmgelegt hatte. Endgültig startete die Aktion deshalb erst Dienstagvormittag.  

Der erste rote Abfallcontainer rollte schon am Morgen an, der Ersatzbagger gegen 10 Uhr. In seinem Gefolge brachte ein kleiner Lastwagen das Zubehör des Baggers mit, drei hydraulische Schaufeln und einen Abriss-Meißel. Eine vierte, nicht-hydraulische Schaufel wartete schon auf dem Parkplatz neben der Brandschutt-Lagerstätte auf ihren Einsatz.

Bis unters Dach mit Tonnen von Müll vollgestopft

Minuten später hebt der Baggerführer bereits die ersten Schaufeln Schutt vom drei Meter hohen Haufen, der sich seit der Brandnacht auf dem kommunalen Grundstück neben dem Parkplatz erhebt. Die Gemeinde hatte das Gebäude noch während der Löscharbeiten abreißen lassen, weil die Feuerwehr anders nicht an die Brandnester gekommen wäre. „Das Haus war bis unters Dach vollgestopft mit Tonnen von Müll“, erinnert sich der Bürgermeister. Das Ganze habe erst auf dem Lagerplatz gelöscht werden können.

Dort kommen die Aufräumarbeiten nun zunächst gut voran. Der Baggerführer lässt Betonbrocken und Mauerwerk auf den einen Haufen fallen, Holzbalken auf einen anderen und Metallteile auf einen dritten. Sein Kollege zieht Baustahl und Kabel aus dem Schutt, die die Baggerschaufel nicht greifen konnte, und wirft sie ebenfalls auf den Haufen fürs Metall. Später soll alles noch richtig sortiert werden. Auf Schadstoffe sind die Arbeiter noch nicht gestoßen.

Früherer Eigentümer ist immer in der Nähe

Mit vor Ort ist allerdings von Anfang an der frühere Eigentümer des Hauses, das ein paar hundert Meter entfernt in der Ortsmitte stand. Er deutet auf zwei geborstene Kanister, die möglicherweise ein Fremder hier entsorgt hat. Sie könnten einmal Öl enthalten haben. Vorrangig geht es dem Mann nun aber um etwas anderes. In seinen Einkaufswagen hat er bereits ein Sammelsurium seines einstigen Besitzes gepackt: Teile eines Computers, eine Wasserpumpe, ein zerbrochenes Spülbecken, einen Holzklotz. „Das ist alles ohne Brandspuren“, erklärt er. Das beweise, dass die Gemeinde sein Haus vorschnell abreißen ließ. „Dabei hat es gar nicht überall gebrannt. Es standen ja alle Türen offen, da konnte die Hitze sofort wie in einem Kamin abziehen.“

Davon will Bürgermeister Heim aber nichts wissen. „Das war ein Vollbrand“, stellt er klar. Die Flammen seien bis zu 20 Meter hoch gewesen, als im Haus „zig Tonnen Müll brannten“. Auch ein Statiker habe gesagt, dass das Gebäude unverzüglich abgebrochen werden müsse.

Später droht die Gemeindeverwaltung dem Mann mit der Polizei. Er hat nicht aufgehört, in den Trümmern nach seiner Habe zu suchen. Juristisch gesehen sei wahrscheinlich auch der Brandschutt Eigentum des Unterböhringers, räumt der Bürgermeister ein. In diesem Fall habe er allerdings die Arbeiten behindert und vielleicht sogar sich selbst in Gefahr gebracht. „Es ist ja bestimmt nicht einfach, mit so schwerem Gerät zu arbeiten. Da kann leicht etwas passieren“, sagt Heim. Er habe die Polizei deshalb gebeten, ein Auge auf das Geschehen zu haben und dem Mann notfalls einen Platzverweis zu erteilen.

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