Neuer Aussichtsturm soll Albpanorama erlebbar machen

Wird es ein neues Wahrzeichen für Schlierbach? Ein Schmankerl mindestens. An der Umgehungsstraße fällt den Autofahrern ein Aussichtstürmle ins Auge. Ob das eine gute Idee war, ist am Ort umstritten.

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Da gehts schon einige Meter hinauf: Blick auf den neuen Schlierbacher Spiel- und Aussichtsturm, der am höchsten Punkt des Ortes steht. Ob das sinnvoll und gelungen ist - die Meinungen der Schierbacher sind geteilt.  Foto: 

Ohne viel Aufhebens hat sich Schlierbach einen kleinen Aussichtsturm zugelegt. Halb verbirgt er sich hinter der neuen Lärmschutzwand, die das Baugebiet Breitenweg von der B 297 abschirmt, tritt dann aber mit einer roten Haube markant hervor. Spielerisch wirkt sie, wie aus einem Märchenland entsprungen, und am Sockel befindet sich tatsächlich auch ein Kinderspielplatz. Der Hang wird für eine Rutsche genutzt.

Dass Schlierbach so mitten im Ort eine lohnende Aussicht bietet, mag Auswärtige verwundern. Aber dem ist so. Weiter nördlich, an dem ansteigenden Gelände Richtung Bünzwangen, war Bürgermeister Paul Schmid immer wieder begeistert von der Aussicht auf den Albtrauf. Jetzt ergab sich der Turmbau bei der Planung des neuen Baugebiets, kombiniert mit einem Spielplatz. "Als Tankstellen-Schild für dieses Baugebiet", flachst der Schultes und erzählt: "Wir haben damals extra einen Hubsteiger kommen lassen, um die Aussicht zu testen. Er konnte bloß nicht so weit hochfahren." Mittlerweile hat sich Schmid vergewissert, dass die Idee funktioniert: "Man sieht das Alb-Panorama."

"Für Kinder ideal, für Eltern auch", lobt eine alte Schlierbacherin den Turm. Sie kann die schöne Aussicht betätigen, die man da haben müsste, sie sieht das fast täglich, wenn sie auf ihrem Stückle oben bei den Aussiedlerhöfen ist. "Sieht schön aus", findet auch Familie Mantzoukis, die jetzt den Turm in ihrer Nachbarschaft hat. "Wir werden schon mal hochgehen", sagt die Mutter. Morgen will sie mit ihren Kindern zur Einweihung kommen und sich vergewissern, ob das Türmle auch kindersicher ist. Aber Zweifel hat sie eigentlich nicht. "Da sind ja Stangen drumrum." Auch ein Bauherr im neuen Baugebiet ist angetan. "Gut, positiv".

"Eher nett, sympathisch" sagt ein Schlierbacher, der das Türmle von seinem Grundstück aus noch so ein bisschen durchschimmern sieht. "Keine Beziehung dazu" hat ein anderer in der alten Siedlung im Umfeld. "Ich muss mir es erst mal ankucken." Aber eine Grundeinstellung hat er schon: "Ich finde es klasse."

"Es stört mich nicht, hätte aber auch nicht sein müssen", lautet dagegen das kühle Urteil einer betagten Nachbarin. Auf den Turm hochsteigen sei nichts mehr für sie. Auch andere sind reserviert. "Geschmackssache", sagt eine Frau aus der Siedlung am Friedhof, "das Geld hätte man auch für anderes verwenden können und sollen." Geschmackssache" sagt auch eine Anwohnerin, die sich mehr Kreativität beim Turmbau gewünscht hätte. Ein Baumhaus hätte es auch sein können. "Gibts nichts Nötigeres als das?" fragt sich ein alter Schlierbacher, der sich das Türmle weder angeschaut hat noch zur Einweihung kommen wird - "ohne mich". Aber er gibt sich auch versöhnlich: "Man gewöhnt sich daran."

Scharfe Ablehnung kommt von einem Paar Mitte 50: "Das ist für mich ein Minarett", schimpft der Mann, "wenn ich daran vorbeifahre, frage ich mich, wann der Muezzin da oben ist". Das sei ein Wahrzeichen, spottet seine Frau, "Schlierbach ist da, wo die rote Tüte steht."

Der neue Spiel- und Aussichtsturm im Breitenweg in Schlierbach wird amMittwoch um 17 Uhr eingeweiht.

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