Neuer Abteilungsbeitrag des FC Heiningen sorgt für Ärger

Ärger beim FC Heiningen: Für Jugendspieler soll ein Abteilungsbeitrag von 120 Euro eingeführt werden. Das stößt vielen Eltern sauer auf.

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Nicht schlecht gestaunt haben Eltern von Jugendspielern des FC Heiningen, als sie plötzlich einen Jahresbeitrag von 120 Euro pro Kind berappen sollen. Ab Beginn der neuen Saison. Der Vorstoß kommt von Jugendleiter Andreas Eiglmaier und dem sportlichen Koordinator Tobias Flitsch, besser bekannt als Trainer der Landesliga-Mannschaft des FC Heiningen. Ein solcher Beitrag sei notwendig, um den Trainermangel in der Jugend zu beheben, sagt Eiglmaier. Für sechs der elf Jugendmannschaften fehlten Trainer. Diese Lücke habe sich "relativ schlagartig" zum Ende der Saison aufgetan. Bisher habe man immer Nachwuchskräfte gehabt, jetzt nicht mehr. Damit hat sich für Eiglmaier und Flitsch das alte System überlebt, das da hieß: Trainer arbeiten ehrenamtlich. Jetzt müsse man mit Aufwandsentschädigungen werben, die bekämen dann alle Jugendtrainer. So sei es in anderen Vereinen gang und gäbe. "Wir haben uns orientiert", sagt Eiglmaier, mit "120 Euro sind wir in der Masse dabei." Anderswo liege der Beitrag zwischen 100 und 150 Euro.

Eiglmaier räumt ein: "Wir haben die Eltern damit überfallen. Wir haben das zu kurzfristig angesetzt." Weil dies Irritation und Nachfragen ausgelöst habe, seien die Eltern am heutigen Mittwoch zu einem Informationsgespräch eingeladen. Die Initiatoren sind sich auch nicht so sicher, dass ihr Vorgehen den Statuten entspricht. "Wir haben es mit dem neuen Vorstand durchgesprochen", sagt Eiglmaier, "es muss noch geprüft werden, ob es so in Ordnung ist oder bei einer Hauptversammlung beschlossen werden muss."

Alles an diesem Vorgang findet eine Mutter unmöglich. Sie habe den Zettel in die Hand gedrückt bekommen und unterschreiben sollen. Was sie nicht getan habe. "Das sehe ich eigentlich nicht ein." Sie zahle für ihren Jungen 50 Euro Mitgliedsbeitrag, das wären künftig 170 Euro, dazu kämen 100 bis 150 Euro spätestens alle zwei Jahre für einheitliche Sportkleidung. Sie fahre Jungs zu den Spielen und backe Kuchen. Wenn der Verein soviel Geld wolle, solle er auch einen Bus chartern. Eine Erhöhung des Mitgliedsbeitrags fände sie in Ordnung, aber nicht "von Null auf Hundert". Kritisch sieht die Mutter die Begründung: Gewiss gebe es weniger Ehrenamtliche, aber man müsse auch die richtigen Leute fragen. Ihr Verdacht: Dass das Geld für teure Spieler in der ersten Mannschaft verbraten werde. Eiglmaier versichert: "Das Geld bleibt in der Jugend."

Die Mutter will heute zu dem Treffen kommen, ebenso ein verärgerter Vater, der "an den normalen Menschenverstand appelliert". Gerechtfertigt findet ein anderer Vater die Erhöhung. "Weil ich sehe, dass die Trainer klasse Arbeit machen."

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