Ulrich Volz ist neue Stimme der Feuerwehrleute

Seit November vergangenen Jahres ist der Salacher Ulrich Volz Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes. Erstmals steht mit ihm kein Kommandant an der Spitze.

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Ulrich Volz führt den Kreisfeuerwehrverband.  Foto: 

Nach rund 24 Jahren hatte Werner Nagel im vergangenen Jahr die Führung des Verbandes abgegeben. Bei der Suche nach einem Nachfolger war kein Kommandant aus den Reihen der Feuerwehren im Kreis bereit gewesen, den Stab zu übernehmen. Überlegungen, ob – wie in anderen Kreisen praktiziert – ein Bürgermeister an die Spitze des Verbandes treten sollte, wurden angestellt.

Dieser Vorschlag stieß allerdings nicht überall auf Zustimmung. Die Interessen der Feuerwehrangehörigen im Kreis sollten auch von einem aktiven Kameraden vertreten werden, fand Ulrich Volz und warf seinen Hut in den Ring. Und stieß beim Kreisbrandmeister, dem damaligen Vorsitzenden sowie bei einer Vorstellung im Verband auf ungeteilte Zustimmung. Denn mit Volz stellte sich zwar kein Kommandant, jedoch ein erfahrener Feuerwehrmann und kreisweit bestens vernetzter Kamerad mit Führungsqualitäten zur Wahl. „Keiner sagte, Wer ist der Volz?“, erinnert sich der neue Vorsitzende, dessen Vater Dieter schon stellvertretender Kommandant in Salach gewesen war.

Der 55-jährige, selbständige Gas-Wasser-Installateurmeister hatte 1982 die Jugendfeuerwehr in Salach gegründet und ist seit 1989 Ausbilder für Grundausbildung und Truppführer im Landkreis. Daneben hat er die Leitung der Führungsgruppe Salach-Süßen inne, die den Kreisbrandmeister sowie örtliche Kommandanten bei Großeinsätzen unterstützt. Von 1985 bis zu seiner Wahl an die Spitze des Kreisfeuerwehrverbandes war er zudem stellvertretender Leiter des Gefahrgutzugs und auch in dieser Funktion in die kreisweite Zusammenarbeit eingebunden. Diese Tätigkeit hat er mit Übernahme des neuen Amtes ebenso aufgegeben wie seine Mitgliedschaft im Ausschuss der Salacher Feuerwehr.

Denn der zeitliche Aufwand ist groß. So musste zum Beispiel der anstehende Kreisfeuerwehrtag in Salach (Volz: „Das ist Zufall, die Entscheidung für meine Heimatgemeinde fiel vor meiner Amtszeit!“) organisiert werden. Vor allem  gilt es aber die Interessen der rund 2500 Feuerwehrkameraden im Kreis zu vertreten. Darüber hinaus ist Volz‘ Stimme als Kreischef auch im Landesfeuerwehrverband gefragt. Derzeit kämpft er um mehr Ausbildungsplätze für Gerätewarte, die alle vier Jahre von der Landesfeuerwehrschule auf Kreisebene angeboten werden. „25 Plätze sind zu wenig, der Bedarf ist viel größer. Gerätewarte haben eine hohe Verantwortung, sie sind für die Prüfpflicht der Geräte zuständig. Wir müssen eine Lösung finden für mehr Lehrgangskapazität. Entweder muss die Schule oder Landkreis es anbieten“, fordert Ulrich Volz.

Ein Anliegen ist ihm auch der Erhalt der integrierten Einsatzleitstelle von Feuerwehr und DRK. Da derzeit die landesweite Struktur überprüft werde und Göppingen zu den kleineren gehöre, stünde diese womöglich zur Disposition. Eine Zusammenlegung etwa vergleichbar den Polizeipräsidien hielte Volz für schlecht: „Bei größeren Einsätzen wäre es kritisch. Eine Unwetterkatastrophe würde Großleitstellen überfordern“, fürchtet Volz.

Für Freizeitaktivitäten außer der Feuerwehr bleibt für den siebenfachen Vater kaum Zeit. Ein Vierteljahrhundert war er Elternbeirat, 20 Jahre Vorsitzender sowie viele Jahre Stiftungsratsvorsitzender der Salacher Jugendstiftung.

Gewalt gegen Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten müsse entschieden entgegengetreten werden. Ebenso der Behinderung bei Einsätzen, etwa durch filmende und fotografierende Smartphonenutzer. „Ich bin dem Gesetzgeber dankbar, dass hier entsprechend das Strafgesetzbuch ergänzt wurde. Es ist aber unser aller Aufgabe, auch das Bewusstsein in der Bevölkerung dafür zu schärfen“, sagt Volz.

Zahlen Der Kreisfeuerwehrverband vertritt die Interessen der rund 2500 Aktiven sowie der Angehörigen der Altersabteilungen und 600 Mitglieder der Jugendfeuerwehren im Landkreis. Er setzt sich aus den Feuerwehren aller 34 Kreisgemeinden sowie 4 Werksfeuerwehren zusammen. Sie werden jeweils durch ihren Kommandanten vertreten.

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