Neue Ausstellung auf Schloss Filseck

Wie sehen Künstler Technik? Eine neue Ausstellung auf Schloss Filseck geht dieser Frage auf einer breiten Palette von heroisch bis grotesk nach.

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Konrad Klaphecks Arbeit "L'impatience du Sphinx" aus dem Jahr 2000 ist mit vielen weiteren Arbeiten zum Themenfeld Kunst und Technik von morgen an auf Schloss Filseck zu sehen.  Foto: 

Die Ausstellung "Käfer, Crash & Capri-Batterie. Wie Künstler Technik sehen" wird morgen ab 19.30 Uhr auf Schloss Filseck eröffnet. Zur Ausstellung spricht Werner Meyer, Leiter der Kunsthalle Göppingen. Diese zeigt mit der Privatsammlung von Dr. Hans Peter Schiffer aus Heidenheim auf Schloss Filseck Bilder von Maschinen, von technischen Experimenten, von verschwundenen Monumenten der Technikgeschichte.

Angesichts der Diskussion über ein Technikmuseum in Göppingen betont Werner Meyer: "Wenn die Möglichkeit und Aktualität eines Technikmuseums diskutiert werden, dann sind es solche Bilder, die Bewunderung und Ehrfurcht genauso im Blick haben wie eine nostalgische Sicht, das Groteske, das Heroische wie den Fortschritt, der der innere Motor von Technikentwicklung zu sein scheint." Leonardo da Vinci habe neun technische Berufe angegeben, bevor er sich an zehnter Stelle als Künstler bezeichnete.

Die Capri-Batterie, eines der bekanntesten Multiples von Joseph Beuys, verbindet Elektrotechnik und Natur in einem merkwürdigen Bild. Die Pop-Art hat ein neues und bis heute populäres Bild der Technik entworfen. Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Richard Hamilton, James Rosenquist, Claes Oldenburg spiegeln die Alltagstechnik und prägen unsere Wahrnehmung. Sie alle sind in der Sammlung und Ausstellung vertreten.

Ein wichtiger Bereich ist die Industriefotografie. Bernd und Hilla Becher haben die Fördertürme und die technische Architektur des Bergbaus im Ruhrgebiet dokumentiert. Historische Fotos aus den VW-Werken prägen als Kunstwerke die Erinnerung an Technik.

Aber auch das Kippmoment vom Heroischen ins Groteske ist Thema, wenn die Maschinen menschliche Züge haben, wie in den Arbeiten von Konrad Klapheck, oder wenn in Fotografien von Autounfällen des Schweizer Künstlers Arnold Odermatt sich ein Bild offenbart, das schmunzeln lässt. Und der aus Göppingen stammende Künstler Stefan Rohrer materialisiert die Dynamik der Technik in ausgreifenden, eindrücklichen Skulpturen.

Für alle Technik ist ihr Bewegungsmoment wesentlich. Die Zeichenmaschinen von Jean Tingely und Horst Pommerenke produzieren informelle Kunst, beim Stuttgarter Künstler Hans Geipel wird ein Zahnräder-Relief zur kinetischen Skulptur. Und die Visionen und Modelle des belgischen Künstler Panamarenko sind weltberühmt.Info Öffnungszeiten: Di. bis So. 14-17 Uhr (bis 4. Juli)

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