Neuauflage des kreisweiten Rad-Aktionstags geplant

Der Kreis Göppingen plant nach 2012 im kommenden Jahr wieder einen Rad-Aktionstag. Dieser soll aber nicht mehr auf der B 10 stattfinden. Mit einem Kommentar von Michael Schorn.

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Im Göppinger Landratsamt wird geplant, im kommenden Jahr wieder einen Rad-Aktionstag zu veranstalten. Der erste Aktionstag dieser Art fand im Landkreis im September 2012 statt. Tausende Radler, Inline-Skater und Fußgänger waren damals auf der für Autos von Ebersbach nach Süßen gesperrten B 10 - nicht zur Freude aller. Denn der reguläre Verkehr wurde durch die umliegenden Orte umgeleitet. So fiel die Manöverkritik der Kreisräte zum ersten Rad-Aktionstag auch unterschiedlich aus, einige befürworteten eine Wiederholung, andere sahen dies eher kritisch. Landrat Edgar Wolff zog damals eine "überwiegend positive Bilanz". Zumal die Veranstaltung ein "überregionales Echo" hervorgerufen habe, hieß es aus dem federführenden Amt für Mobilität und Verkehrsinfrastruktur. Abzüglich der Sponsorengelder hat der Landkreis rund 15.000 Euro für den ersten Rad-Aktionstag ausgeben.

Dieses Radler-Großereignis 2012 sei bei der Bewerbung zum "Fahrradfreundlichen Landkreis" ein "ausschlaggebendes Kriterium für die spätere Zertifizierung" gewesen, heißt es in einem Schreiben des Landratsamtes an einzelne Kommunen im Kreis.

Statt B 10 vorhandene Radwege im Kreis nutzen

Ursprünglich hatte die Kreisverwaltung angeregt, alle zwei Jahre - also in diesem Jahr wieder - einen Rad-Aktionstag zu veranstalten. Doch daraus wurde 2014 nichts, der zweijährige Turnus konnte nicht eingehalten werden. Daher ist jetzt für 2015 wieder eine Großveranstaltung rund ums Radfahren angedacht. Denn: "Um auch künftig ,Fahrradfreundlicher Landkreis' zu bleiben, müssen wir unser Engagement im Bereich Radverkehrsmarketing jedoch nochmals intensivieren", heißt es in dem Schreiben an verschiedene Bürgermeister. Weiter ist dort zu lesen: "Wenngleich das befürchtete Verkehrschaos 2012 ausgeblieben ist, stieß die Sperrung der B 10 für einen Tag bei einigen auf eine negative Resonanz."

Daher gibt es im Landratsamt die Überlegung, 2015 den Rad-Aktionstag anders als das erste derartige Großereignis im Kreis Göppingen zu organisieren. So soll die B 10 nicht mehr für den Verkehr gesperrt werden, sondern vorhandene Radwege im Kreis für den Aktionstag genutzt werden. Auf diesen Wegen sind Sternfahrten geplant, einzelne Aktionen soll es auch in verschiedenen Orten im Landkreis geben.

Vor kurzem fand nun auch ein erstes Treffen im Landratsamt statt, zu dem neben den Oberbürgermeistern von Göppingen und Geislingen auch die Rathauschefs von acht weiteren Kommunen im Kreis Göppingen eingeladen worden waren.

Vorgesehen ist, dass der Aktionstag erneut im September stattfindet. Doch bis dahin sind noch weitere Gespräche zwischen Vertretern der Kreisverwaltung und Bürgermeistern geplant, um die Veranstaltung weiter zu organisieren. Denn: "Wir halten es (...) für wichtig, dass sowohl Kreistag als auch Kommunen ein gemeinsames Konzept verfolgen, das alle unterstützen und mittragen. Davon ist der Erfolg einer kreisweiten Aktion abhängig", heißt es in dem Schreiben.

Jetzt soll das Thema erstmals in der nächsten Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses des Kreises vorgestellt werden.

Ein Kommentar von Michael Schorn: Kritik wurde angenommen

Der erste Rad-Aktionstag im Kreis Göppingen stieß auf ein geteiltes Echo. Eine der Hauptverkehrsadern im Landkreis, die B 10, wurde für einen Tag zwischen Ebersbach und Süßen für den normalen Verkehr gesperrt, tausende Radfahrer eroberten die Schnellstraße. Für sie war es sicher ein tolles Ereignis, für Autofahrer, die Umleitungen fahren mussten, weniger. Auch die dadurch betroffenen Anwohner in den Kommunen, durch die die Umleitungsstrecken führten, waren wenig erfreut. So gab es auch im Vorfeld der Veranstaltung vor zwei Jahren Kritik, die nach dem Aktionstag noch anhielt. Andererseits erwarb der Kreis durch dieses Großereignis viel Aufmerksamkeit sowie das Prädikat "Fahrradfreundlicher Landkreis". Dieses Zertifikat will man im Landratsamt anscheinend behalten, weswegen für kommendes Jahr eine Neuauflage des Rad-Aktionstages geplant ist. Positiv ist, dass sich das Landratsamt offensichtlich die Kritik zu Herzen genommen hat und nun die Veranstaltung nicht mehr auf der B 10, sondern auf Radwegen im Kreis Göppingen wiederholt werden soll. Das hat zum einen für die teilnehmenden Radler den Vorteil, die unzweifelhaft schöne Natur des Stauferlandes voll genießen zu können, und zum anderen werden so die Autofahrer sowie die Anwohner der an die B 10 angrenzenden Kommunen geschont. Man darf also gespannt sein, wie der Rad-Aktionstag im kommenden Jahr im Detail aussehen wird.

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